Zahnuntersuchung für unsere Kinder am 16.11.2002


Heute war der Tag, auf den wir so viele Kinder seit 2 Wochen mit einem Plakat an der Zimmerwand und vielen Gesprächen vorbereitet hatten: Zahnuntersuchung für alle.

Untersuchungen auf dem Flachdach vor meinem Zimmer
Die ganze "Aktion" fand bei bestem Wetter
auf dem Flachdach vor meinem Zimmer statt.

Der freundliche "Health Worker", der unseren Kindern immer die Tetanusspritzen macht, zusammen mit seiner Tochter, einer werdenden Zahnärztin, arbeiten an einem Forschungsprojekt, das eine Beziehung zwischen sozialer Stellung, Ernährungsgewohnheiten und dem Zustand der Zähne herstellen soll. Kindergruppen in Dörfern und Städten, in billigen staatlichen und teuren privaten Schulen werden untersucht; und als eine "gemischte Gruppe" die Kinder, die täglich zu mir kommen.

Ausführliche Interviews
Ausführliche Interviews.
Hinten Suroj, der im Folgenden die Betreuung
der Namensliste übernahm.

Sie hatten zwei Helfer für die recht ausführlichen Interviews mitgebracht, ich hatte zusätzliche Stühle und einen Kocher zum Desinfizieren organisiert. Die älteren unserer Kinder hatten alle ihre Aufgaben und alles lief erfreulich ruhig und diszipliniert ab.
Erst Dilip, dann Suroj Sharma schrieben die Namen der neu ankommenden Kinder in eine Liste, nach der diese dann zum Interview gerufen wurden.

Nach den allgemeinen Fragen zu Name, Alter, Elternhaus und Schule kamen ausführliche Fragen zu den Essgewohnheiten: Vegetarier oder nicht? Wie viele Mahlzeiten am Tag? Wie oft pro Woche oder Monat sie Fisch oder Fleisch essen? Ob und wie oft sie Milch oder Milchprodukte zu sich nehmen? Wie oft sie Süßigkeiten essen und ob sie rauchen? Ob sie die Zähne putzen und wenn ja, wie oft? Mit Bürste oder Finger? Mit Zahnpasta oder Pulver oder nur mit Wasser? Usw. usw.

Untersuchung
Die Zähne wurden genau untersucht.

Einer unserer Jugendlichen übernahm diese Fragebögen und sorgte dafür, dass die Kinder in der gleichen Reihenfolge zur Untersuchung aufgerufen wurden. Dort wurde genau notiert, welche Zähne vorhanden sind, ob Milch- oder bleibende Zähne, und welche Schäden festzustellen waren.

Desinfizieren in kochendem Wasser
Ständiges Desinfizieren der
benützten Instrumente.

Dazwischen waren einige der älteren Kinder (die ich mit Einmal-Handschuhen versehen hatte) und ein paar Kleinere als Helfer pausenlos damit beschäftigt, auf dem Kerosinkocher das Wasser am Kochen zu halten, die benützten Spiegel, Sonden, Zangen und Pinzetten einzusammeln und die Desinfizierten wieder herauszufischen und bereitzulegen.

Ganz kleine Füllungen wurden sofort gemacht; und im Laufe des Tages wohl fast ein Dutzend Zähne gezogen: Überwiegend wackelnde oder zu fest sitzende Milchzähne, teils mit und teils ohne Spritze.

Und wieder halfen die "älteren" Kinder (was sich nicht unbedingt aufs Alter bezieht, sondern darauf, dass sie schon lange bei uns sind), beruhigten die ganz Kleinen, hielten ihnen den Spucknapf, brachten sie zurück zum Arzt, wenn sie ihren Wattebausch verloren hatten, ...

Untersuchung eines Vierjährigen mit vielen Zuschauern
Auch für einen Vierjährigen fand
die angehende Ärztin den richtigen
Ton und gewann sofort sein Vertrauen.

Gründliche Untersuchung
Alles wurde gründlich untersucht ...

und alles wird genau notiert
... und genauestens notiert.


In 10-14 Tagen werde ich die für den Computer aufbereitete Auswertung bekommen und über den Zahn-Zustand von fast 60 Kindern bestens informiert sein. Zugleich erfahre ich, bei wem ausführliches Säubern oder größere Füllungen notwendig sind, für die ich dann Termine machen werde. (Für diese Behandlungen in einer normalen Praxis muss ich dann aber natürlich auch voll bezahlen.)

Zum Schluss gab es noch eine Demonstration, wie man die Zähne richtig putzt, dann verabschiedeten sich nach knapp 4 Stunden die Ärzte: Die meisten Kinder waren gekommen (mit bis zu 80 hatte ich gerechnet; knapp 60 wurden heute untersucht), die Ärzte hatten noch einen anderen Termin. - Und bei mir ging die Hektik erst richtig los. Denn nun wollten natürlich 60 Kinder auf einen Schlag ihr Mittagessen. Alle, die sonst "ab 13 Uhr" in kleinen Gruppen eintreffen, waren nun schon da; und jede/r wollte als erstes. Aber das kleine Restaurant, in das sie mit ihren Gutscheinen gehen, kann so viele auf einmal nicht verkraften; ich darf nur alle 10 Minuten 5-6 Kinder schicken und so dauerte es noch einmal 2 Stunden, bis endlich alle versorgt waren.

 


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