Die Informationen hier können nicht vollständig sein. Sie gehen oft davon aus, daß Ihr die Vor­ge­schichte kennt.
Bitte lest die Jah­res­be­richte vom Oktober 2006 und November 2007 und die genaueren Berichte, auf die dort hin­ge­wiesen wird. Oder geht über die Schalt­fläche "Gesamt-Inhalt und ältere Berichte" ins Archiv der "Er­gän­zungen zu den Jahres­be­rich­ten", in denen ich während der Reisen immer ganz aktuell berichtete.

 
Aktuelles / Neueste Meldungen

Indonesien (+ Deutschland), Mai bis Oktober 2008

Jürgen Dahm Stiftung
gegründet.
Neue Internet-Seiten unter

www.j-dahm-stiftung.de

(Von unten nach oben zu lesen!)
 

3.10.2008: Meine Mutter hat mir geholfen; alle Jahresberichte hat sie gefaltet und eingetütet. Dafür danke ich ihr sehr!
Gestern brachte ich die Berichte zur Post; wegen des Feiertages werden sie aber wohl erst am Montag zugestellt werden.
Die Version fürs Internet kann ich Euch vorläufig HIER schon zur Verfügung stellen. - Bis ich alle Links eingerichtet haben werde und alle Freunde per Mail benachrichtigen kann, wird es noch ein paar Tage dauern.

22.9.2008: Ich habe die Seiten über Amir, Mukesh und Budiamin (nur ganz am Ende) überarbeitet.

21.9.2008: Gestern habe ich endlich die Fotos der letzten Saison auf CDs archiviert und in meinem Notebook wieder mehr Platz geschafft.
Von den Fotos, welche die Kindern mit der kleinen Kamera machten, sind noch etwa 2500 übrig. (Zu dunkle oder unscharfe Bilder löschen wir gleich beim ersten Anschauen.) Von mehr als 200 dieser Bilder bestellten (und bezahlten) die Kinder oder ihre Verwandten Abzüge.
Von 99 Kindern und Jugendlichen montierte ich je 11 Passbilder auf ein Foto. Von 148 Kindern machte ich je zwei Passbilder für die Kartei im Computer.
Mein "Archiv" umfasst 483 Fotos von Zeugnissen, Quittungen, Schul-Briefen und anderen Belegen.
Meine "Eigenen Fotos" sind nur 48 Aufnahmen - vor allem deshalb, weil ich immer weniger raus ging, da ich zunehmend schlechter sah. Zu Hause wurde ein "Nachstar" festgestellt, eine Folge der Operation des Grauen Stars. Dieser wurde letzte Woche gelasert und jetzt sehe ich wieder klar.

11.9.2008: Nun bin ich schon wieder über eine Woche zu Hause. - Die Zeit vergeht viel zu schnell...

Mein Hobby, der Stammbaum: Langsam muss ich doch glauben, dass ganz Lombok miteinander verwandt ist. Bisher habe ich 2245 Personen erfasst, die alle miteinander verwandt oder verschwägert sind. 612 dieser Personen sind mit einem Passbild versehen.
Ich muss mir jetzt ernsthaft Gedanken machen über die Grenzen meiner Sammel-Leidenschaft. Denn ich habe Personen, die nach Zentral-Lombok, nach Sulawesi oder Jakarta heirateten. Wenn ich die Verwandten von deren Ehepartnern auch noch erfassen wollte, hätte ich irgendwann wirklich ganz Indonesien. (Wie sagen die Kinder, wenn wir über "andersgläubig" diskutieren: "Über den heiligen Noah sind wir schließlich alle miteinander verwandt!")
Gerne kopiere ich Euch ein paar Stellen aus meinem Tagebuch:
- Zwei unserer Schülerinnen, die den gleichen Vater, aber verschiedene Mütter haben, hatten mir schon vor Wochen ihre Stammbäume gebracht. Aber ich konnte sie nirgends anbinden und will keine "Inseln" kreieren. Gestern brachten sie mir endlich eine erweiterte Aufstellung: Eine ihrer Großmütter ist eine Schwester vom Vater von M. und K. Ab der Mitte des Nachmittags beschäftigte ich mich überwiegend mit ihren drei Blättern. (Alle Leute haben 3-5 Kinder und von jedem von diesen 3-5 Enkel!)
- R. brachte einen recht unvollständigen Stammbaum; er hatte die Vorlage verloren. D. stürzte sich begeistert darauf, ihm zu helfen; und dann auch J. Und dadurch entdeckten wir folgende interessante Konstellation: Ich wusste längst, dass eine Schwester unseres neuen Siebtklässlers R. mit einem Bruder von S.B. verheiratet ist; und neulich hatte ich den Zwerg-Neuntklässler J. gefragt, ob er mit R. nur befreundet oder auch verwandt sei: Ihre Großmütter seien Schwestern. Doch nun stellte sich heraus, dass eine Schwester der Mutter von J. die Mutter unserer langjährigen Schülerinnen I. und S. ist (die wiederum Tanten unserer Schülerin R. sind), von denen ich aber bisher nur die Verwandt­schaft des Vaters, nicht aber der Mutter kannte.
- Der Stammbaum, den A. mir mit D.'s Hilfe zeichnete, sind drei Blätter und gut 150 Personen.
- Zwischendurch arbeite ich immer mal wieder am Stammbaum - und wundere mich, was die Liebe für verschlungene Wege geht: Am.'s Stiefmutter, die Mutter von R. und S., war früher mit dem Vater unseres Siebtklässlers A. verheiratet (der aber von einer anderen Mutter stammt) und diese beiden sind die Großeltern unseres Sechstklässlers D.!

Details zu den Schüler­innen und Schülern:
Auf Bali schlossen drei die Oberschule ab; einer bekommt in der Behindertenschule staatliche Förderung und braucht für die Schule kein Geld von uns; und ein Vater bedankte sich und sagte, dass er nach den vielen Jahren der Hilfe mit zwei inzwischen arbeitenden Kindern für die restlichen Schüler selber zahlen könne. So dachte ich, Bali sei abgeschlossen und wir hätten hier gar keine Schüler mehr - bis mir der Chef der Pension einen Jungen vorstellte, der gerade die Oberschule als Klassenbester abschloss und Lehrer werden will. Der bekommt nun also vier Jahre lang Kredite von uns.
Auf Lombok schlossen fünf Jugendliche die Oberschule ab; weitere zwei schafften den Abschluss in einer Nachprüfung. Zwei von ihnen haben bereits Arbeit; vier müssen sich jetzt Arbeit suchen; eine bekommt Kredite fürs Studium zur Lehrerin.
Die weniger erfreulichen Meldungen: Einer hörte in der 11. Klasse auf und heiratete; einer hörte in der 10. Klasse auf und arbeitet in einer Motorradwerkstatt; einer blieb in der 10 Klasse sitzen und bekommt noch eine Chance; einer in der 9. Klasse betrog uns zum wiederholten Male so sehr, dass wir jetzt in der 10 Klasse nur noch Gebühren, Spenden u.a. zahlen, was Amir direkt in der Schule für ihn zahlen kann; einer aus der 8. Klasse wurde wegen Drogen verhaftet und sitzt für ein Jahr im Gefängnis; einer in der 8. Klasse ging fast nie zur Schule, blieb zum zweiten Mal sitzen und hörte auf; zwei Jungs aus der 7. und 4. Klasse sind so wenig kooperativ und kommen nie, so dass wir die Zahlungen für sie einstellten; ein Junge ließ sich seit dem Abschluss der Grundschule nicht mehr sehen und hat also die Schule wohl abgebrochen.
Ein Junge schloss die 7. Klasse wieder als Klassenbester ab und wohnt jetzt bei einer Oma auf Java, weil dort die Schulen besser sind.
Neu 2008: 22 Schülerinnen und Schüler nahmen wir neu auf; für zwei Erstklässler zahlten wir als Einmal-Hilfe die Uniformen; und wie jedes Jahr bekamen etwa 20 Tagesbesucher, die mir ihre Zeugnisse brachten, jeder einen Satz Schreibwaren.
Unter den neuen Schülern sind auch recht kuriose Fälle:
- Ein Klassenbester in der 12 Klasse eines islamischen Internats. Ihn hatte eine politische Partei unterstützt, die jetzt keine Macht und also kein Geld mehr hat. - Für dieses eine letzte Jahr zahlen wir.
- Eine Schülerin der 11. Klasse in Zentral-Lombok, deren Vater ihr die Schule nicht mehr zahlen konnte. Wenn sie zu Hause bliebe, werde sie aufhören müssen. Wenn ich ihr die Schule hier in der Stadt zahle, könne sie bei einem Onkel in der Nähe wohnen.
- Ein Vollwaise ohne jede Verwandtschaft schloss die Mittelschule eines islamischen Internats ab. Er darf weiterhin kostenlos dort wohnen; arbeitet neben der Schule für sein Essen. Und wir zahlen ihm die Oberschule.
15 Jugendliche schlossen die Mittelschule ab. Zusammen mit den Neuen ermöglichten wir 23 Jugendlichen den Start in die wirklich recht teuren (Fach-) Oberschulen.
Insgesamt haben wir jetzt 98 Schüler und fünf (Kredit-) Studenten beiderlei Geschlechts.
SO VIELE konnte ich mir nur zutrauen, weil wir dieses Jahr mit "nur" 12 relativ wenige neue Mittelschüler haben und sehr viele Jugendliche in den oberen Klassen sind, so dass ich sie in ein, zwei oder drei Jahren "loslassen" kann.

Große Freude über eine Sonder-Spende!!! Schon im Frühjahr meldete sich bei mir ein Herr: Die Stiftung, für die er tätig sei (sie möchten ungenannt bleiben) möchte etwas für Nepal tun. Und aus der Vielzahl der im Internet vertretenen Vereine habe ihnen mein Angebot besonders gefallen. Der Herr besuchte mich im April für genauere Planungen. Sie suchten eigentlich ein "Projekt", das 2-3 Jahre lang bis zu 20.000 Euro jährlich verbraucht und dann abgeschlossen sein würde. Ich will aber kein Heim und keine Schule bauen. Und wenn ich heute die Verantwortung für einen Drittklässler übernehme, dann muss ich zumindest hoffen können, dass wir auch in zehn Jahren noch sein College bezahlen können. Ich wollte das Geld schon dankend ablehnen und den Herrn bitten, sich andere Partner zu suchen. Doch dieser konnte "seine Chefs" (die Stifter) von meinen Vorstellungen überzeugen. Und so habe ich nun die Zusage über eine langfristige Förderung von jährlich (die erste Rate erhielt ich bereits) 5.000 Euro!!! (speziell zur Verwendung in Nepal).
Das sind in Nepal etwa eine halbe Million Rupien! Eine tolle Hilfe!
Ich plane, davon zum einen viel mehr Schülerinnen und Schüler zu fördern. Zum anderen möchte ich einen größeren Teil meiner Wohnung - die ja nun mal leider das halbe Jahr leer steht - "veröffentlichen": Ich werde Sozialarbeiter und Lehrer einstellen, Computerkurse und Gitarrenunterricht anbieten. Ich will eine Zwischenwand in mein zu großes Schlafzimmer einziehen und in dem neu entstandenen Raum eine Bibliothek und Spieleausgabe (mit Personal) einrichten. Und ich werde mir dieses Personal besser aussuchen können, weil ich sie nicht immer nur für 2 Monate, sondern ganzjährig beschäftigen kann.

Bis auf weiteres bin ich überwiegend damit beschäftigt, die Ausgaben der Stiftung für 2007 abzurechnen. Diesen Jahresabschluss hätte ich eigentlich schon im Mai bei Finanzamt und Regierungspräsidium einreichen müssen; aufgrund der Erkrankung im letzten Sommer ließ ich die Indonesien-Abrechnung unfertig auf Lombok liegen und beantragte bei den Behörden Fristverlängerung.

Amirs Ausweis

Für weitere Informationen mache ich wieder Boxen mit Scroll-Balken. So kann jede/r das lesen, was interessiert, ohne dass der Bericht insgesamt zu lang erscheint.
Auf den Jahresbericht müsst Ihr leider noch warten; die Abrechnung geht vor. Ich hoffe aber, ihn noch fertig zu bekommen, bevor ich am 9. Oktober wieder nach Nepal gehe.

Nachtrag: Eher beiläufig entwarf ich ein "Logo" für unsere Arbeit und erstellte einen Ausweis, den Amir beim Besuch von Schulen und Behörden am Hemd trägt.
Das Abzeichen sagt "Jürgen hilft, Schulen zu bezahlen" und im Kreis die von uns geförderten Schultypen: Grundschule, Mittelschule, Fachoberschule, Oberschule, Studium. Und dann "Verantwortlich, solange Jürgen nicht auf Lombok ist..."
 

Mutter mit Sohn
I Wayan Robin Loones, geb. 25.8.08

1.9.2008: Seit Freitag Abend bin ich in Legian; bereite meinen Heimflug vor. Einkäufe, Friseur, lecker essen, Gepäck sortieren. (Ich habe viel zu viel, da ich wegen meines Schlaganfalls im letzten Jahr diesmal Quittungen und Abrechnungen von zwei Jahren mitnehmen muss.) Die meiste Zeit aber sitze ich am Computer; alle Abrechnungen aufzuräumen, unerledigte Notizen auszuwerten oder für nächstes Jahr zu verschieben. - Es ist sooo viel zu tun.
Freitag auf der Fahrt nach hier durfte ich einen weiteren "Enkel" begrüßen: Ketut (an der Fledermaushöhle) hat mit ihrem belgischen Mann (Tauchlehrer) seit Montag einen gesunden Sohn. (Kaiserschnitt zehn Tage vor dem Termin.)

20.8.2008: Ich habe dieses Jahr mit reichlich Reserve geplant: Am Montag konnten die Schülerinnen und Schüler zum letzten Mal bei mir Gelder und Sachen bekommen; ab jetzt müssen sie sich wieder einmal wöchentlich an Amir wenden. Ich rechne, am Samstag nach Bali zu fahren; aber wenn ich erst nächsten Mittwoch fahre, geht das auch. So habe ich also genug Zeit, in Ruhe abzuschließen, aufzuräumen und zu packen.

17.8.2008: Gestern hatten wir "Vollversammlung" - und es war ein sehr schöner Nachmittag. Von 98 eingeladenen Schülerinnen und Schülern fehlten nur drei unentschuldigt; 7 hatten mir vorher gesagt, dass sie nachmittags Unterricht haben oder ein Praktikum machen. Da ich letztes Jahr wegen des Schlaganfalls nicht dazu kam, die neuen Schüler richtig einzuführen, erzählte ich diesmal umso ausführlicher: Meine Familie, meine frühere Arbeit(en); was ich sonst so mache und wo das Geld für ihre Ausbildung herkommt. Ich verlas, von wem noch Zeugnisse bei mir rumliegen, von wem immer noch Fotos, Quittungen oder Informationen fehlen; und fast alle blieben hinterher noch da und ich konnte noch vieles erledigen. - Leider vergaß ich, zu fotografieren.
Seit Wochen habe ich das Programm für meine Abreise ausgehängt: Heute machte ich zum letzten Mal Passbilder; morgen fahre ich ein letztes Mal in die Stadt. Morgen Nachmittag können die Schüler ein letztes Mal Sachen von mir bekommen; dann können sie wieder wöchentlich bei Amir bestellen. Dies lässt mir genug Zeit, in Ruhe abzurechnen, alle Sachen zu Amir zu schaffen, den Computer für ihn herzurichten, Listen zu schreiben, meine Sachen zu säubern und zu packen. Ende der Woche werde ich nach Bali fahren; am 2. September geht mein Flug nach Deutschland.

7.8.2008: Eigentlich gibt es nichts zu berichten. Morgens bin ich alleine, arbeite am Computer oder fahre in die Stadt. Von etwa 12 bis 17 Uhr kommen die Kinder und Jugendlichen in Scharen. Der laufende Betrieb des gerade erst begonnen Schuljahres sorgt dafür, dass ich mehr als beschäftigt bin: Lehrbücher, Fotokopien, Fahrtkostenzuschüsse, Bastelmaterialien oder weitere Schreibwaren; noch habe ich täglich zwischen 60 und 90 einzelne Positionen zu buchen. Daneben und dazwischen bearbeite ich Passbilder und lasse mir die im letzten Jahr erhaltenen Beträge quittieren.
Zwischendurch arbeite ich immer mal wieder am Stammbaum - und wundere mich, was die Liebe für verschlungene Wege geht: A.'s Stiefmutter, die Mutter von R.'s und S.'s, war früher mit dem Vater unseres Siebtklässlers A.D. (andere Mutter) verheiratet und diese beiden sind die Großeltern unseres Sechstklässlers D.!

27.7.2008: Morgens ist es meist ganz ruhig; ich habe dieses Jahr keine Schüler, die nachmittags Unterricht haben. Oft bin ich schon ab 7 Uhr am Computer. Gegen neun Uhr fahre ich nach Senggigi, hole Geld und frühstücke gemütlich.
Bis ich nach 10 Uhr zurückkomme, warten oft schon die ersten Schülerinnen und Schüler: Bücher bestellen, Schreibwaren ergänzen, Geld für das Nähen der Kleidung...

Passbilder für alle

Ich mache von allen Fotos für meine Datei (jährlich neu) sowie Passbilder auf Vorrat, da ich ihnen digital 11 Bilder machen lassen kann für ein Drittel des Preises, für den sie vom Negativ nur vier Abzüge bekommen. Dann gehe ich mit jeder/m seine Abrechnungen der letzten zwei Jahre durch und lasse mir für die Stiftung quittieren, dass sie die dort erwähnten Sachen tatsächlich erhielten. (Aufgrund meiner Krankheit im letzten Jahr bin ich mit den Abrechnungen immer noch im Rückstand.)

19.7.2008: In den letzten zehn Tagen habe ich wesentlich mehr Geld ausgegeben als in den acht Wochen davor! Das alles muss geplant, gekauft, bezahlt und gebucht werden und läßt wenig Zeit für anderes. Daher entschuldige ich mich bei allen, die schon länger darauf warten, dass ich endlich ihre Email beantworte! Demnächst, wenn es hier wieder etwas ruhiger zugeht...

16.7.2008: Ich entschuldige mich für die Probleme, die Ihr vielleicht hattet, weil die Homepage der Stiftung eine Weile nicht zu erreichen war. Der "Umzug" ist seit ein paar Tagen komplett und es sollte jetzt wieder alles funktionieren wie vorher. (Wenn Ihr auf Fehler oder Probleme stoßt, schickt mir bitte eine Mail!)
Ich glaube, ich kann jetzt ziemlich endgültig sagen, dass wir 22 neue Schülerinnen und Schüler haben. Für einen davon zahlen wir alles außer den Schulgebühren, weil er von sich aus eine zu teure Mittelschule wählte. Für zwei Erstklässler zahlen wir nur einmal im Jahr einen Satz Kleidung und Schreibwaren. Einen weiteren Schüler haben wir "verloren": Er schloss die 7. Klasse wieder als Klassenbester ab und wird ab sofort bei der Oma auf Java zur Schule gehen, wo die Qualität der Schulen wesentlich besser ist.
So haben wir nun also hier in Indonesien 98 Kinder und Jugendliche, für die wir voll zahlen; daneben drei "alte" und zwei neue Studenten, die das Geld für ihr Studium leihen und später zurückzahlen sollen.
Alle Schulen haben ihre Gebühren teils drastisch erhöht und eigentlich haben wir zu viele Schüler aufgenommen; aber Nein-sagen fällt so schwer, wenn die Zeugnisse gut und die Familien arm sind. Ruhig schlafen kann ich nur noch, weil viele der "Neuen" dieses Jahr bereits in der 10. oder 11. Klasse sind und ich sie in 2-3 Jahren "loslassen" kann, wenn die heutigen Mittelschüler in die Oberschule kommen.
(Das System ist kaputt! Ein Hilfsarbeiter verdient 20.000 am Tag - wenn er Arbeit hat. Seine Tochter, die Bedienung in einem Restaurant werden möchte, zahlt 2 Mio. bei der Aufnahme in diese Fachoberschule (10. Klasse), 100.000 jeden Monat; dazu Uniformen, Bücher, Praktika und Fahrtkosten.)

8.7.2008: Wir stecken mitten in den Wieder-Anmeldungen und die Geldautomaten können das Geld kaum so schnell ausspucken, wie ich es verbrauche. Ich weiß kaum noch, wo mir der Kopf steht zwischen Passbildern, Schul-Briefen, Kleidungs-Bestellungen und dem Kennenlernen der neuen Schüler/innen. Trotzdem will ich Euch kurz informieren, wenn es auch noch keine endgültigen Zahlen sind: Bis auf einen wurden auch alle Oberschüler/innen versetzt.
Von 93 Schülern/innen schlossen acht die Schule ab; vier hörten auf; einer blieb zum zweiten Mal sitzen und wird nicht mehr von uns bezahlt. 80 verbleiben. Vermutlich 18 (ich blicke noch nicht ganz durch) werden wir neu aufnehmen; darunter zwei Klassenbeste in der 6. und 11. Klasse.
(Einer kam erst heute; eigentlich schon zu spät. "Ich habe mich bereits an der Mittelschule angemeldet. Aber mein Vater will seinen Sampan verkaufen, um die Schulgebühren zu bezahlen. - Was wird der arbeiten, wenn er kein Boot mehr hat?...")

2.7.2008: Seit Samstag habe ich von 64 Kindern und Jugendlichen die Zeugnisse ausgewertet und in Tabellen erfasst. Je Schüler/in zwei Zeugnisse (Dezember und Juni) mit bis zu 30 Noten, deren Summe, dem Durchschnitt. Dazu Fehltage, Verhaltensbewertung und Platzierung innerhalb der Klasse. Hinzu kommen die staatlichen Prüfungs-Zertifikate von 19 Kindern, die Haupt- bzw. Mittelschule abschlossen. Von den Oberschulen in der Stadt bekommen wir die Zeugnisse erst am kommenden Samstag.
Bisher bin ich sehr zufrieden. Nur ein einziger Mittelschüler wurde nicht versetzt; kaum herausragende Leistungen (bis auf einen); aber sehr wenige wirklich schlechte Noten.

22.6.2008: Alle 6.- und 9.-Klässler (Abschluss von Grund- und Mittelschule) haben den Abschluss geschafft! (Ein Grundschüler schaffte in eigentlich nicht, bekam das Zeugnis "aus Mitleid". Ob er die Aufnahmeprüfung der Mittelschule schaffen wird, ist abzuwarten.)
Nun soll ich also 15 unserer Mittelschülerinnen und -schüler den Start in die wesentlich teurere Fach-Oberschule finanzieren - und habe schon Unterstützungs-Anträge von 14 neuen und unbekannten Kindern und Jugendlichen. Sobald die Zeugnisse ausgegeben sind, werden noch viel mehr Anträge stellen. Und sobald ich alle Zeugnisse erfasst und ausgewertet habe, beginnen die schwierigen Entscheidungen, wie viele ich akzeptieren kann und wen ich ablehnen muss.

19.6.2008: Von 10 Zwölfklässlerinnen und Zwölftklässlern haben acht den Abschluss geschafft. (Drei davon auf Bali; sie riefen mich an.)
Ein Junge versucht Ende des Monats eine Nachprüfung; ein Mädchen soll das Jahr wiederholen.
Aus Zentral-Lombok habe ich einige recht gute Zeugnisse bekommen; hier im Westen wird es noch fast zwei Wochen dauern.

9.6.2008: Heute beginnen die Versetzungsprüfungen an den Grundschulen; in ein bzw. zwei Wochen an den Mittel- und Oberschulen. Wenn die Kinder nicht lernen, sind sie mit Drachensteigen beschäftigt und bei mir ist es oft ganz leer.
ACHTUNG: Der Anbieter, bei dem ich die Stiftungs-Homepage gespeichert habe, stellt zum Ende des Monats den Service ein. Ich muss den Anbieter wechseln. Vom Tag, da die neue Firma meine Adresse übernimmt (unverändert www.j-dahm-stiftung.de) bis zum Zeitpunkt, da ich dies erfahre und die Seiten bei denen hochlade, wird die Homepage als "neu" oder "Baustelle" deklariert werden. Bitte erschreckt nicht und besucht mich ein paar Tage später wieder.

5.6.2008: Es gibt nichts zu berichten! Dies ist immer "mein jährlicher Urlaub"; ich bearbeite alte Abrechnungen und Anträge von neuen Schülern; ich lese und spiele mit den Kindern. Nächsten Montag beginnen die Versetzungsprüfungen; aber bis zur Zeugnisausgabe Ende Juni werdet Ihr wenig von mir hören.

26.5.2008: Keine besonderen Neuigkeiten.
Ich habe begonnen, Amirs Abrechnungen 2006-07 weiter zu prüfen, die wegen meiner vorzeitigen Heimfahrt im letzten Jahr noch sehr unfertig sind.
89 der Kinder und Jugendlichen aus der Datei habe ich bisher getroffen. Dazu etwa 20 neue Kinder, die recht regelmäßig kommen.

20.5.2008: Seit Samstag Abend bin ich auf Lombok. Die Kinder genießen es, endlich wieder viele Spielsachen zu haben.
Diesmal waren es drei Jungen, die mit der Schule aufhörten: Einer hat geheiratet, einer arbeitet; und einer sitzt wegen Drogen im Gefängnis.
Heute war staatlicher Feiertag und viele der Jugendlichen aus den weiter entfernten Orten investierten Fahrgeld, nur um mich für ein oder zwei Stunden zu besuchen.
Bis zum Abend habe ich 74 Kinder und Jugendliche getroffen; viele riefen an oder ihre Geschwister berichteten mir. Dazu kommen 13 Neue, die noch nicht in der Datei erfasst sind.

16.5.2008: Auf der "Berichte"-Seite gibt es neue Links (grüner Text) zu alten Foto-Seiten - falls Euch diese noch interessieren.
Nun habe ich doch wieder ein "Kind" auf Bali: Der Besitzer der Pension erzählte mir gleich nach Ankunft von einem fast Zwanzigjährigen, dem er helfen möchte; dem Dorf-Nachbarn eines seiner Angestellten. Der junge Mann schloss letztes Jahr die Oberschule ab mit Noten, wie ich sie so gut noch nie gesehen habe. Jahrelang Klassenbester brachte er mir einen ganzen Stapel fotokopierter Auszeichnungen und Zertifikate. Der älteste Sohn eines Bauern mit vier Kindern möchte Religionslehrer für Oberschulen werden. Der Pensionsbesitzer sorgt für Fahrgeld, Bücher und Kleinkram, wenn ich auf Kredit die Studiengebühren und die Kleidung finanziere: Gut 1000 Euro über vier Jahre verteilt, die ich dann (hoffentlich) mit einem Drittel seines jeweiligen Gehaltes langsam zurückerhalten werde.

14.5.2008: "Kinderlos" auf Bali?
Drei Jugendliche sind in der 12. Klasse und schließen dieses Jahr (hoffentlich!) die Schule ab. Ketuts Vater wird für die verbleibenden Kinder selber zahlen. Kadek bekommt in der Behindertenschule staatliche Förderung und zahlt seine Schule selber.
So bleibt mir nur noch, Kadek gelegentlich seine Heimfahrten und die Reparaturen der Prothese zu zahlen.
(Ich bin eigentlich froh drum: Es war schon immer nicht schön, zweimal im Jahr Geld zu deponieren, viele Monate nachträglich abzurechnen, acht Monate lang nichts zu erfahren...)

13.5.2008: Ich habe einige Dateien aus Nepal ausgewertet und endgültig eingetragen:
204 unserer Kinder, Jugendlichen und jungen erwachsenen Ex-Kinder bekamen eine vollständige (10 Jahre) Immunisierung gegen Tetanus. (Wenn es dieses Frühjahr keine Engpässe bei der Versorgung mit Impfstoff und Spritzen gegeben hätte, wären es noch etwa 30 mehr.)
154 Kinder und Jugendliche bekamen seit November einen neuen Ausweis.

10.5.2008: Heute besuchte ich auf der Fahrt nach Candi Dasa unsere Freunde an der Fledermaushöhle. Ich bekam nicht nur einen Kaffee, sondern ein sehr leckeres Mittagessen - und lauter gute Nachrichten:
Ketut ist seit Oktober mit einem belgischen Tauchlehrer aus Padang Bai verheiratet und im 5. Monat schwanger. Sie arbeitet als Sekretärin und Hostess für eine Firma, die Land und Häuser verpachtet oder verkauft.
Gede fragte ich, ob er für sein Handy-Geschäft endlich einen gebrauchten Computer gekauft habe: Nein; er habe das Geld zunächst in eine kleine Filiale investiert: Seine Frau betreibe den Laden am Haus und er die Filiale am Tempel der Fledermaushöhle.
Als ich die Mädchen fragte, ob sie Probleme beim Bezahlen der Schule hatten, weil ich letztes Jahr (krank) abreiste, ohne Geld zu deponieren, mischte sich der Vater ein: Er bedanke sich sehr für die vielen Jahre der Hilfe, als es ihm schlecht ging und die (vielen) Kinder noch klein waren. Doch nun schaffe er das selber und er brauche keine Hilfe mehr von uns.
Gede schloss 2004 die Schule ab; verheiratet, eine Tochter. Ketut schloss 2006 die Schule ab. Ida wird dieses Jahr die Schule abschließen. Ayu ist in der 9. Klasse, Sri ist in der 6. Klasse, Agus ist in der 4. Klasse.
 

Kadek im Hof der Schule.

9.5.2008: Erschreckend, dass ich schon seit drei Tagen in Legian bin! Ich habe meinen Computer aufgeräumt, mein Gepäck sortiert, eine neue Handy-Telefonnummer gekauft und alle Freunde per SMS benachrichtigt. - Und ich war zu faul, schon wieder zu packen; und deswegen bin ich immer noch hier.
Heute besuchte ich Kadek im Behinderten-Heim etwas südlich von hier. (Erinnert Ihr Euch noch an den "kleinen Jungen" mit den vielfachen Behinderungen?) Er ist jetzt 18 Jahre alt und wird im Sommer die 8. Klasse abschließen.
Morgen werde ich nach Candi Dasa fahren und von dort aus die anderen Bali-Kinder besuchen.

6.5.2008: Ich sitze in Hongkong im Transit und habe Zugang zum ungeschützten W-LAN des Flughafens.
In einer Stunde fliege ich nach Bali. Aber erst in ca. 3-5 Tagen werde ich die ersten Kinder treffen und etwas zu berichten haben.
 


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