Die Informationen hier können nicht vollständig sein. Sie gehen oft davon aus, daß Ihr die Vor­ge­schichte kennt.
Bitte lest die Jah­res­be­richte vom Oktober 2008 und September 2009 und die genaueren Berichte, auf die dort hin­ge­wiesen wird. Oder geht über die Schalt­fläche "Gesamt-Inhalt und ältere Berichte" ins Archiv der "Er­gän­zungen zu den Jahres­be­rich­ten", in denen ich während der Reisen immer ganz aktuell berichtete.

Falls Ihr noch die alten "geocities..."-Adressen meiner Homepage in Euren Unterlagen habt, ändert dies bitte und gebt auch neuen Interessenten nur noch die Adresse der
www.j-dahm-stiftung.de

Aktuelles / Neueste Meldungen

(Von unten nach oben zu lesen!)
 

25.9.2010: Ich war eine Woche im Krankenhaus - obwohl ich gar nicht krank war:
Sie hatten auf einer kleinen Wunde auf meinem Knie ein Bakterium entdeckt, von dem sie meinten, dass es für nicht geimpfte Europäer gefährlich sein könnte. Also sperrten sie mich in die Isolierstation, bis auch das zweite Labor bestätigt hatte, dass die Infektion gar nicht gefährlich ist.
Obwohl ich meinen Computer mit hatte und einiges schreiben konnte, ist das doch eine ganze Woche, die mir jetzt - nur zwei Wochen vor dem nächsten Flug - natürlich fehlt.

7.9.2010: Gestern habe ich meinen Flug umgebucht: Zwei Tage später und 250,- Euro billiger. Nun werde ich also ab 12. Oktober wieder in Nepal sein und dann wieder regelmäßig berichten.
Bis dahin verabschiede ich mich von allen Lesern und wünsche eine gute Zeit.

4.9.2010: Im Frühjahr besuchte uns in Nepal eine Bekannte mit ihrer Familie und Freunden. Sie selbst arbeitet bei der Caritas und ihre Schwägerin ist bei Amnesty International für Nepal zuständig. Was ich erst jetzt erfuhr: Ihr Bruder ist Redakteur bei einer Zeitung und berichtete darüber.
Hier könnt Ihr diese Berichte lesen. (Oben auf der Seite über die Shanti Lepra-Hilfe; unten über die Jürgen Dahm Stiftung.)

29.8.2010: Mit 2 Stunden Verspätung abgeflogen; nach Rückenwind nur 75 Minuten verspätet gelandet. Seit kurz vor 10 Uhr bin ich zu Hause.
Demnächst mehr...

Medizinisches: Dreimal Krätze behandelt und zweimal Kopfläuse; ein paar kaputt-gefallene Knie und eine am Auspuff verbrannte Wade (und meine auch). Ansonsten NICHTS! Nicht einmal ein gebrochener Arm, ein Furunkel oder eine Zahnfüllung.

Familiäres: Die Mutter eines ehemaligen Schülers wurde von einem Polizei-Jeep mit versagenden Bremsen überrollt und verstarb noch am gleichen Tag im Krankenhaus.
Der Vater eines ehemaligen Schülers hatte im September einen Schlaganfall, kann aber wieder gehen und sprechen. Ihm geht es ähnlich wie mir: Wenn man ihn am Haus sitzend trifft, merkt man gar nichts mehr; aber er klagt über ein Gefühl von Hitze, unkontrollierbares Zittern; morgens ist es, als gehöre das Bein jemand anders... (Das ist jetzt schon der vierte mir bekannte Schlaganfall bei Vätern unserer Kinder.)

Ein Betrüger: Erst als ich gegen Ende seine Schule besuchte (auf der wir nur noch diesen einen Schüler hatten), erfuhr ich, dass er seit Monaten sowohl uns als auch seine Eltern betrog: Er geht schon lange nicht mehr zur Schule; verließ aber (und das bestätigen die Nachbarn) jeden Morgen in Uniform das Haus und kam pünktlich nach Schulschluss wieder. Täglich ließ er sich von seinem Vater das Fahrgeld geben; und wöchentlich kam er zu Amir und trug fein säuberlich in sein Bestellheft ein, was er alles brauche: Schul- und Prüfungsgebühren, Internet und Computermiete, Drucken, Binden und Kopieren, Praktika und Bastelarbeiten - alles zusammen-fantasiert und das Geld gestohlen!

24.8.2010: Der folgende Absatz wird etwas (zu?) lang. Ihr müsst ihn nicht alle lesen. Er ist vor allem für die, welche einst mit mir in Bali waren und die Kinder von der Fledermaushöhle kennenlernten:
Heute besuchte ich die Familie und erhielt überwiegend gute Nachrichten:
• Ketut ist in Kuta mit ihrem belgischen Mann, dem Tauchlehrer. (Das mit der Schwangerschaft im Mai habe nicht geklappt; aber sie wolle es wieder versuchen.)
• Gede betreibt mit seiner Frau die Läden am Haus und am Tempel. Es scheint ihnen gut zu gehen, denn sie haben die Tochter mit 4 Jahren in einer Vorschule in Klungkung angemeldet, die mehr Gebühren kostet als die Oberschulen unserer Kinder auf Lombok. "Der soll es mal besser gehen als mir, der ich nur einen Oberschulabschluss habe!"
• Putu hat Tourismus studiert und ist Supervisor in einem Hotel in Nusa Dua - und im Moment auf Lombok, um das Personal in der neuen Filiale einzuarbeiten.
• Ayu ist in der 12. Klasse und will anschließend studieren.
• Sri wird nächsten Sommer die Mittelschule abschließen.
• Und Agus, den ich kennenlernte, als er etwa einen Monat alt war, kam nun auch schon in die Mittelschule (= 7. Klasse).

22.8.2010: Heute besuchte ich Kadek (mit dem krummen Bein) und seine Familie - und aß sehr lecker zu Mittag!
Da ich ihn seit Mai 2009 nicht getroffen hatte, zeigte er mir nun sein gutes Zeugnis des letzten Jahres, die Abschlussbescheinigung der Mittelschule sowie jede Menge Zertifikate aus den letzten zwei Jahren: Elektronikkurs, 100 Stunden Englisch, 80 Stunden Keramik; sogar eine Bescheinigung über die Teilnahme als Diskuswerfer in einem Wettbewerb im Behindertensport. - Schule wolle er nicht mehr und Arbeit habe er noch keine gefunden.
Sein Bruder hatte einen Job in Denpasar aufgegeben, wo er von 8 bis 22 Uhr arbeiten musste. Nun hatte er gerade etwas Neues hier in der Nähe des elterlichen Hauses gefunden: Einen Monat "Training"; so heißt hier die Probezeit ohne Bezahlung (aber mit Fahrgeld und Mittagessen), nach der man hofft, angestellt zu werden

• Das Englische "science" (Wissenschaft) könnte hier kaum jemand richtig aussprechen. Aber "sains" ist ein übliches Unterrichtsfach und der Titel vieler Lehrbücher.
• Die Quittung wird ganz Indonesisch selbstver­ständlich mit KW geschrien: "kwitansi".
• "elpiji" steht sogar auf den Tankwagen und ist der offizielle Name für das in Gasflaschen abzufüllende Kochergas. Vom Englischen L.P.G. - das eben "el-pi-ji" ausgesprochen wird.

21.8.2010: Gestern auf der Fähre sah ich ein Plakat, über das sogar ich zunächst stolperte: "cas HP 5000"
HP heißt Handy. Aber "cas"? Cash mit vergessenem h? - Nein! Ein Fremdwort so ein-ge-indonesischt, dass es hier jeder verstehen kann. Indonesisch wird das "Tsch - A - S" ausgesprochen; also "tschas"; vom Englischen "charge" heißt es Aufladen (der Handys oder anderer Akkus).
Für Sprach-Interessierte stelle ich nebenan in die Box noch ein paar weitere Beispiele.

19.8.2010: Allen Kindern sagte ich, dass Dienstag für sie der letzte Tag sei und ich Donnerstag abreise. Ich will aber erst Freitag nach Bali fahren und so habe ich einen "geschenkten Tag" und lasse es mir ganz gemütlich gehen: Gestern war ich morgens noch an zwei Schulen und in verschiedenen Geschäften; trotzdem hatte ich bis zum Abend etwa die Hälfte meiner Sachen sortiert und eingepackt. (Das ist gar nicht so einfach, wie es klingt: Welche Formulare bekommt Amir zum Benutzen und welche packe ich ein für nächstes Jahr? Welche Medikamente brauche ich in Nepal und welche deponiere ich auf Lombok - und haben die ein ausreichend langes Verfalldatum???...)
Heute genieße ich noch einmal ein ausgiebiges Frühstück in Senggigi - mit kabellosem Internet für die Mails und dies hier. Am Nachmittag werde ich fertig packen und gehe morgen auf die Fähre nach Bali. Vier Tage Candi Dasa, vier Tage Legian. Nächsten Samstag fliege ich nach Hause. - Ich melde mich aber vorher noch ein paar Mal...

Falsch gezählt: Ich war selbst überrascht, dass es plötzlich so wenige Schüler sein sollten. - Vier weiter entfernt wohnende vergaß ich auf der Liste; aber von einem erfuhren wir inzwischen, dass er schon länger nicht mehr zur Schule geht. Die aktuelle Zahl also sind 83 Schüler/innen und 4 Studenten.

14.8.2010: Bei aller Freude über die Erfolge (16x Schulabschluss; 11x die Mittelschule abgeschlossen; von all den Kindern blieb nur einer sitzen) gibt es auch Negatives zu berichten und ein bisschen hinterlässt das Jahr einen faden Beigeschmack:
• Einer wurde im Frühjahr von der Schule geworfen, weil er all zu oft gar nicht zur Schule ging.
• Der eine, der in der 11. Klasse nicht versetzt wurde, scheint (nach Aussagen seines Vaters) nicht mehr zur Schule zu gehen.
• Ein Mädchen schloss die Mittelschule ab und will nicht weiterlernen.
• Ein Mädchen erklärte mir weinend, dass sie mit der Oberschule aufgehört habe, um zu arbeiten, da ihr alter Vater alleine nicht genug Geld verdiene, die Familie zu ernähren.
• Drei Oberschülerinnen hörten auf, weil sie heiraten wollten oder mussten.
• Einen Dauerbetrüger warf ich raus, nachdem ich drei Monate lang vergeblich versuchte, mit ihm und seinen falschen Abrechnungen ins Reine zu kommen.
Fazit: Bisherige Schüler/innen minus Abgeschlossene minus Aufgehörte plus neu Aufgenommene zahlen wir dieses Jahr in Indonesien "nur" 80 Schülerinnen und Schülern, zwei Studenten und zwei Studentinnen die Ausbildung.

11.8.2010: Heute hat die Fastenzeit begonnen. Den ganzen Tag über kamen immer wieder Schüler; aber von den Tageskindern (die natürlich nicht zu Mittag essen dürfen) kam auch zum Spielen oder für den Computer gar niemand. - Ich bin mal gespannt, wie die restlichen sieben Tage bis zu meiner Abreise verlaufen werden.

7.8.2010: Viel gibt es nicht zu erzählen...
Gestern war Elternversammlung in der Mittelschule - und natürlich war auch ich dabei: Die Kinder sollen gegen gesonderte Bezahlung Extra-Unterricht in Mathe und Englisch bekommen.
Vorhin druckte ich ein Plakat, das an meiner Zimmertür die Besucher informieren wird, wann und wo sie nach meiner Abreise betreut werden.
Heute Nachmittag ist bei mir im Garten "Vollversammlung" für die neuen Schülerinnen und Schüler, damit sie u. a. wissen, dass ich nicht von der Regierung bezahlt werde und dass das Geld von Euch, den Sponsoren, kommt.
Im Übrigen diskutieren wir, was der Beginn des islamischen Fastenmonats für Auswirkungen auf meine Arbeit hier haben wird. Und so langsam bereite ich mich schon auf meine Abreise (in zehn Tagen) vor.

2.8.2010: Schulisch gibt es nichts zu berichten. Die Kinder holen überwiegend Geld für Bücher und führen diese in den nächsten Tagen vor, um zu beweisen, dass sie die auch gekauft haben.

Stammbaum-Übersicht

Stammbaum-Ausschnitt

Ich habe mich in letzter Zeit mal wieder etwas mehr mit meinem "Hobby", dem Stammbaum beschäftigt: Es ist wirklich faszinierend; fast jeder hier scheint mit fast jedem verwandt oder verschwägert zu sein! Der Stammbaum umfasst jetzt 2700 Personen, die alle miteinander verbunden sind. 644 davon sind mit einem Foto versehen. Ich habe angeheiratete Verwandtschaft bis nach Jakarta, Sulawesi und Saudi Arabien. (Aber deren dortige Verwandtschaft will ich gar nicht wissen!) Meine Datenbank der Schülerinnen und Schüler sowie der Ehemaligen umfasst (ohne Bali und Zentral-Lombok) 243 noch lebende Personen aus dieser Gegend. Davon konnte ich bisher 157 im Stammbaum unterbringen; sie sind also im weitesten Sinne miteinander verwandt. Einer der älteren Ahnen hat etwa 200 Ur-Ur-Enkel. (Und ein Mann hat 19 mal geheiratet!)
[Falls Du einen Ethnologen kennst, der an diesen Aufzeichnungen Interesse haben könnte: Bitte unbedingt melden!]

Mittelschüler in langer Hose und langem Rock.

27.7.2010: Seit drei Tagen regnet es fast ununterbrochen. Ansonsten gibt es nichts Wichtiges zu berichten.
Der Präsident der Republik Indonesien weilt zurzeit auf Lombok; die Stromversorgung hat sich verbessert; die Kinder holen Geld für Bücher oder weitere Kleidung...
Vorhin kamen zwei unserer Siebtklässler (= erste Klasse der Mittelschule) und ich dachte, es könnte Euch interessieren, mal die neuen Uniformen zu sehen: Der Islam setzt sich immer mehr durch und inzwischen sind lange Hosen und Röcke bereits ab der 7. Klasse Pflicht. (Früher erst ab der Zehnten; heute manchmal schon in der Grundschule.) Und das Kopftuch für die Mädchen ist fester Bestandteil der von den Schulen zu kaufenden Uniformen.

22.7.2010: Ich stelle einen kleinen Film (23 Sekunden) über den Kleidungs-Einkauf von neulich zum Verfügung.
Erklärungen und den Link zum Film findete Ihr auf der Videos-Seite ganz oben links.

19.7.2010: Von einer Vereinigung von Nepal-Hilfswerken im Rhein-Main-Gebiet wurde ich um eine Selbstdarstellung unserer Stiftung gebeten. Hier könnt auch Ihr sie nachlesen.
Außerdem habe ich endlich den Jahresbericht der Stiftung für 2008-2009 veröffentlicht. (Das Rechnungsjahr der Stiftung endet ja jetzt zum 15. Juli. Ich hatte aber nicht gewusst, dass es die Formulare zum Abrechnen trotzdem erst in 2010 gibt. Dann wartete ich auf eine Bestätigung des Regierungspräsidiums - und wusste nicht, dass die das lediglich zur Kenntnis nehmen und man den Bericht, wenn keine Einwände kommen, als anerkannt betrachten darf.)

17.7.2010: Wie vorausgesagt, bestellen die Kinder jede Menge Bücher. Aber auch spezielle Schuhe zur Arbeit in der Küche und so vieles Andere.
Die heißeste Zeit in Indonesien ist vorbei; die Kinder gehen kaum noch zum Schwimmen ins Meer. Nachdem das Fußballfieber abgeflacht ist, hat die Saison des Drachensteigens begonnen.

13.7.2010: Gestern gingen auch an den Schulen des Landkreises die Ferien zu Ende. Nun werden die Kinder bald mit ihren Bestellungen kommen: Geld für die Kennenlern-Spiele, Bücher, mehr Hefte...

8.7.2010: Gestern war unser zweiter Kleidungs-Einkaufstag. - Und am Ende waren wir etwas verwirrt: Nach 52 Kindern und Jugendlichen, manche kauften nur Schuhe, manche brauchten komplette Ausrüstung, ergab die Summe auf die Null genau 5 Millionen Rupien.
Wir wollten einen solchen Zufall einfach nicht glauben! Vier mal rechneten wir nach; auf Papier, auf dem Taschenrechner, am Computer. Doch es kam immer das Gleiche heraus.

2.7.2010: Inzwischen habe ich alle mir vorliegenden Zeugnisse (ein paar fehlen noch) ausgewertet und in die Tabellen eingetragen; spreche sie mit den Schülern durch. Die Wiederanmeldungen für die Schulen in der Stadt laufen, die Kleidung haben wir gekauft; alle 2-3 Tage hole ich fünf Millionen von der Bank und ehe ich's merke sind sie schon wieder für Gebühren verbraucht. An den städtischen Schulen beginnt am Montag der Unterricht; die Schülerinnen und Schüler des Landkreises haben noch eine Woche Ferien und kaufen erst nächsten Mittwoch ihre Kleidung.

25.6.2010: Nun sind meine "Ferien" zu Ende...
Letzten Samstag bis Montag gab es an den Schulen der Stadt die Zeugnisse. Nächsten Samstag sind die Schüler/innen des Landkreises dran. Entsprechend sind auch die zweiwöchigen Ferien in der Stadt eine Woche früher als in unserer Umgebung. - Für Montag habe ich tausend Hefte bestellt, am Mittwoch kommt der Kleiderhändler mit seinem Kleinlaster ins Hotel...
Bis jetzt bin ich recht zufrieden: Einer wurde nicht versetzt; über 2-3 Zeugnisse bin ich echt enttäuscht, da ich Besseres erwartet hatte; aber es gab auch viel Grund zu Lob und Freude über gute Noten, lauter "A" in Benehmen und Fleiß, Schüler ohne einen einzigen Fehltag...

20.6.2010: Eine kurze Meldung zu einem wichtigen Erfolg: Dieses Jahr haben alle sieben unserer Schülerinnen und Schüler, die sich an einer der beliebtesten staatlichen Oberschulen bewarben, die diversen Aufnahmetests bestanden. In den Fachrichtungen Hotel, Restaurant, Küche, Schönheit und Schneidern wurde niemand abgewiesen; niemand muss sich an einer der privaten Schulen bewerben!
(PS: Erst später erfuhr ich, dass drei von ihnen nur über Beziehungen eines Vaters und nach Zahlung einer "Extra-Spende" angenommen wurden.)

16.6.2010: Letzten Samstag hatten wir "Vollversammlung" für die Eltern aller Schüler, die dieses Jahr mit den Oberschulen beginnen. Wir hatten schon mal Schüler/innen, die gerne lernen wollten, deren Eltern das aber nicht unterstützten. Nun haben wir ein neues Formular, auf dem die Eltern unterschreiben müssen (ganz offiziell mit Gebührenmarke), das sie den Schulbesuch ihres Nachwuchses unterstützen; dass sie zu Hause auf sie oder ihn achten; dass sie nicht zu viel Arbeit aufbürden, so dass keine Zeit zum Lernen bleibt; dass sie täglich für Fahrtkosten sorgen werden...
Ich ärgere mich mal wieder über die indonesische Bildungspolitik und das Vorgehen der Schulen: Es gibt zu wenige staatliche Fach-Oberschulen und der Andrang ist groß. Und also gestalten sie die Preise wie sie gerade wollen: In den Schulen, mit denen wir es am meisten zu tun haben, kostete die Anmeldung letztes Jahr eine Million; dieses Jahr volle zwei Millionen! Die monatlichen Schulgebühren wurden um 50% auf 150.000 Rupien erhöht. Am Freitag werde ich an einer der Schulen für drei Jugendliche bezahlen: Anmeldung + Kleidung + drei Monate Gebühren werden uns pro Kopf 3,4 Millionen Rupien kosten. (Letztes Jahr waren es 2,1 Millionen.) Zusammen mit dem schlechtes Kurs des Euro zahlen wir dieses Jahr pro Oberschüler mehr als doppelt so viel wie 2009. (Für den Start 306,- Euro statt 145,- Euro)

10.6.2010: Inzwischen hat auch die letzte Mittelschülerin das Ergebnis der Nachprüfung erfahren - und bestanden.
Dieses Jahr wurde sogar im Fernsehen berichtet, dass die Abschlussprüfungen so schlecht ausfielen. (Auf Java gibt es zahlreiche Mittelschulen, an denen kein einziger den Abschluss schaffte!) So bin ich ein bisschen stolz, dass alle unsere Schüler (27 Mädchen und Jungen der Klassen 9 und 12) den Abschluss schafften! (Die Versetzungszeugnisse der unteren Klassen kommen erst demnächst.)

7.6.2010: Gestern brachte auch der Letzte seine Bescheinigung:
Alle unsere sechzehn Oberschüler/innen schafften (teils erst über die Nachprüfung) den Abschluss!
Zehn unserer elf Mittelschüler/innen schafften den Abschluss und werden wohl alle auf die Oberschule wollen.
Unter den neuen Anträgen sind dieses Jahr überwiegend Mädchen und hauptsächlich welche, die mit den teuren Oberschulen beginnen wollen. Daher werde ich nur einen Teil der Anträge annehmen können. Aber die endgültige Auswahl haben wir noch nicht getroffen.

4.6.2010: Die gute Nachricht: Die städtischen Fach-Oberschulen, die letztes Jahr nur noch Kinder aus der Stadt aufnehmen wollten, haben dieses Jahr wieder eine Quote von 50% für Kinder aus dem Landkreis. (2009 mussten wir alle, die Richtung Tourismus lernen wollten - Zimmer-Boy, Restaurant-Bedienung oder Koch -, an Privatschulen anmelden.)
Die schlechte Nachricht: Die Verwaltung macht wieder einmal Chaos: Während für die unteren Klassen jeden Schultyps (also 1. bis 5.; 7. und 8.; 10. und 11.) noch nicht einmal die Prüfungen begonnen haben, machen die Oberschulen bereits Tests für die Aufnahme neuer Schüler. Mögliche neue Stipendiaten und deren Eltern stehen Schlange vor meinem Zimmer und vor Amirs Wohnung und wollen wissen, ob ich für sie zahlen werde. Solange ich aber nicht weiß, wer den Abschluss schaffte, wie die Noten der anderen sind, für wen ich in Zukunft nicht mehr zahlen muss - kann ich nicht entscheiden, wie viele Neue ich annehmen kann und wie viele der Anträge ich ablehnen muss. (Wenn ich genug Geld für alle hätte, wäre es so schön und einfach, diese Entscheidungen nicht treffen zu müssen...)

27.5.2010: Kurznachrichten: Am Dienstag bekam ich in wenigen Stunden mein Visum. Da der Flug nur dreimal pro Woche möglich ist, saß ich noch zwei Tage rum. Heute Abend werde ich wieder auf Lombok sein.

Kinder lesend auf meinem Bett.
Die Kinder hatten gejammert, dass sie unsere Bücher schon fast aus-
wendig kennen. So kaufte ich sechs Neue - und die "schlugen ein wie
eine Bombe". Von dritte bis achte Klasse saßen sie sofort
lesend auf meinem Bett.

22.5.2010: Bisher weiß ich von fünf unserer Zwölftklässler, dass sie ihr "Abitur" schafften. Mehrere fielen in (nur) 1-2 Fächern durch, durften eine Nachprüfung machen und warten noch auf deren Ergebnis. Einige kamen noch gar nicht (und werden sich wohl erst melden, wenn sie bestanden haben).
Da das Konsulat in Frankfurt sich wieder einmal weigerte, mir ein Visum auszustellen, bin ich im Moment als "Tourist" hier und muss Indonesien bis Ende des Monats wieder verlassen. Nun fliege ich am Montag für drei Nächte nach Singapur und werde mir dort das Visum geben lassen, mit dem ich dann bis Ende August bleiben darf (oder auch bis November bleiben könnte).

17.5.2010: Von den Kindern in der Datei (und von den wenigen noch nicht erfassten, die aber früher schon kamen) habe ich bis gestern Abend 74 getroffen. Dazu sechs Neue, die von Freunden oder Geschwistern mitgebracht wurden.
Es geht das Gerücht (sogar durchs Fernsehen), dass dieses Jahr in ganz Indonesien sehr Viele nicht den Abschluss schafften. - Von unseren fünfzehn Zwölftklässlern habe ich bisher erst von zwei Mädchen verbindliche Ergebnisse; und die bestanden beide.

13.5.2010: Am Montag nahm ich die Fähre: Die Erste war überfüllt; die Zweite nahm mich mit, war aber ein sehr langsames Schiff und brauchte mehr als fünf Stunden. Die ganze Strecke vom Hafen bis ins Hotel (normalerweise eine Stunde) regnete es. Erst vor 18 Uhr war ich "zu Hause".
Noch am Abend begrüßten mich mehrere Kinder und eine frühere Oberschülerin. Vier gingen mit zum Essen.
Am nächsten Morgen kamen zahlreiche Schüler der 3. und 4. Klasse, die erst am Nachmittag Unterricht haben. Seitdem geht es rund und es kamen immer mehr. - Heute ist hier Feiertag und ich rechne mit zahlreichen Besuchern.
Die normalen Versetzungsprüfungen sind erst in etwa einem Monat. Nur der Abschluss der Mittelschule ist "schon passiert": Und von unseren elf Schülern der 9. Klasse haben zehn bestanden; die eine bekommt noch eine Chance in einer Nachprüfung.

6.5.2010: Seit Samstag bin ich wieder in Indonesien; seit gestern in Candi Dasa. Am Montag werde ich nach Lombok fahren.
Das lässt mir noch vier Tage Zeit zum Erholen und Faulenzen, aber auch zum Schreiben von Briefen und zum Auswerten von Tabellen und Notizen. (Die Zeugnisnoten vom letzten Jahr übertrage ich erst jetzt aus den Excel-Tabellen in die Kinder-Datenbank.)
Und das lässt Amir Zeit, in Ruhe abzuschließen, die Kinder ein letztes Mal zu treffen und über meine Ankunft zu informieren. (Er trifft immer Samstag Abend die Schülerinnen und Schüler aus Senggigi und den Dörfern nördlich davon; und Sonntag Abend die Kinder und Jugendlichen aus Melase und den südlicheren Dörfern.)

29.4.2010: Das Gepäck ist schon seit Tagen überwiegend vorsortiert. Heute muss ich es in den Rucksack, eine Tasche und einen kleinen Koffer verpacken; morgen geht es wieder los.
Ich werde es langsam angehen lassen: Ich will ein paar Tage in Legian (Bali) bleiben, werde Freunde um Candi Dasa herum besuchen und erst in etwa 10 - 14 Tagen zu "unseren Kindern" auf Lombok fahren.
 


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