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Aktuelles / Neueste Meldungen

Nepal, Indonesien, Deutschland 2018 - 2020

31.07.2020: Jetzt habe ich die gute Nachricht vom 18. Juli (s. u.) endlich schriftlich


Wenn Ihr dieses Bild anklickt, seht Ihr das ganze PDF in Originalgröße.

18.07.2020 Eine gute Nachricht: Da die Polizei nach den Verleumdungen in Nepal im August 2018 (vor 23 Monaten!) in meiner Wohnung zwei Computer, zwei Laptops, einen Stapel DVDs und 5 externe Festplatten beschlagnahmt hatte, war ich gestern endlich beim Gericht vorgeladen.
Das Verfahren wurde eingestellt, da die Polizei auch nach so langem Suchen unter meinen ca. 26.000 Fotos kein einziges pädophieles gefunden hatte. Die Richterin beschloss, dass der Staat die Kosten für den Prozess, für meinen Rechtsanwalt und für meine Nebenkosten wie Anfahrt und Reparaturen übernehmen werde.

14.07.2020 Freunde halfen mir, die Spendenbescheinigungen auszufüllen. Eine andere Bekannte fotokopierte sie und nahm sie mit. Ich hoffe, dass sie inzwischen alle verschickt hat.

11.07.2020 Rifai teilte mir mit, dass auf Lombok (Indonesien) ALLE unsere Schülerinnen und Schüler versetzt wurden. Alle Zwölftklässler schafften ihren Abschluss.

08.06.2020 Heute schrieb ich dies auf die Startseite der Jahresberichte der Stiftung: Die Jahresberichte und Gesamtabrechnungen 2017-18, 2018-19 und 2019-20 wird es aufgrund von Covid-19 vorläufig nicht geben: Die Abrechnungen aus Indonesien liegen mir alle vor. Aber in Nepal hatte unser Laptop letzten Herbst einen schlimmen Virus und musste neu formatiert werden. Da Sanjok nie Backups machte, sind nun alle Excel-Abrechnungen weg. Er hat alle Abrechnungen noch einmal auf Papier. Muss nun alles neu in den Computer eingeben. Aber wegen des Virus ist zurzeit in Nepal Ausgangssperre: Sanjok sitzt in seiner Wohnung und der Laptop steht unerreichbar in unserem Büro.

18.05.2020 Vorgestern und gestern bekam ich aus Nepal eine E-Mail und aus Lombok eine Whatsapp-Nachricht.
So kann ich Euch heute über die dortige Coronavirus-bedingte Situation kurz berichten:
In Nepal herrscht totale Ausgangssperre. Unser Sozialarbeiter sitzt in seiner Wohnung und sein Laptop steht in unserem Büro. Eine E-Mail schickt er mir wohl von seinem Handy aus. Alle Schulen sind unbefristet geschlossen und neue Schülerinnen und Schüler werden wir erst aufnehmen können, wenn diese irgendwann wieder öffnen.
Auch auf Lombok sind alle Schulen geschlossen. Rifai schreibt jedoch, dass sie zurzeit davon ausgehen, dass die Abschlussprüfungen demnächst stattfinden werden, teilweise an den Schuhen und teilweise übers Internet.

17.05.2020 Rifai kennt und trifft natürlich alle Schülerinnen und Schüler, hat aber nicht von allen die Daten. So schickte ich ihm neulich eine Liste der ca. 60 Studenten/innen, für die wir 2015 und 2016 zu zahlen begannen. Er schrieb mir hinter jeden Namen, was inzwischen aus der- oder demjenigen geworden ist und ich gab alle diese Informationen in meine Datenbank ein. Fast alle früheren Mittelschüler/innen sind inzwischen an einer Fachoberschule. ALLE 12.-klässler/innen haben ihren Abschluss geschafft.
 

11.04.2020 Trotz der dieses Jahr wegen des Corona-Virusses so geänderten Abläufe wünsche ich Euch allen FROHE OSTERN!
Allen, die von den Ausgangsbeschränkungen und dem "Social Distancing" belastet sind, erlaube ich mir, etwas zu erzählen:
Aufgrund meiner Gehbehinderung nach den Schlaganfällen gehe ich in der Wohnung am Rollator. Seit August 2019 habe ich meine Wohnung nur für 2-3 Arztbesuche verlassen, verbringe also seit acht Monaten meine Zeit zu Hause zwischen Laptop, Fernsehen und Telefon. - Aber ich lebe!!!
Ich wünsche Euch allen alles Gute!

04.04.2020 Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) habe ich jetzt alle Eure privaten Daten (Name, Adresse, Emailadresse, Telefonnummern, Notizen zu erhaltener Post, Emails und Spenden) in zwei passwortgeschützte Verzeichnisse verlagert, die nur ich persöhnlich öffnen kann.

30.03.2020 Ich hoffe, Euch geht es gut in diesen Corona-Zeiten.
Mir geht es (bisher) ganz gut. Da ich nicht gehen kann, habe ich bereits seit August die Wohnung nur zu Arztbesuchen verlassen und habe mit den derzeitigen Ausgangsbeschränkungen keine Probleme Allerdings muss ich inzwischen davon ausgehen, dass ich diesen Sommer nicht nach Indonesien fliegen kann. So plane ich bereits jetzt die Aufnahme neuer Schülerinnen und Schüler per Email mit Sanjok in Nepal (Mitte April) und per WhatsApp mit Rifai auf Lombok im Juni.

08.03.2020 Viel zu lange habe ich hier nicht berichtet. Wie ihr aus meinem Rundschreiben im letzten Sommer wisst, werde ich die nächsten paar Jahre nicht im Winter nach Nepal fahren können. Ich bin in Deutschland und es geht mir relativ gut. Ich bin sehr faul und während ich früher den ganzen Abend und oft bis 2 Uhr nachts arbeitete, sitze ich jetzt meistens bis zu den 12 Uhr Nachrichten in der Küche und ab 19 Uhr schon wieder vor dem Fernseher.
Da ich viele Emails schicke und empfange und ab und zu telefoniere, kann ich Euch trotzdem aus unseren Ländern berichten:

Sanjok, unser Sozialarbeiter in Nepal ist zurzeit ziemlich beschäftigt, die Abrechnungen und Erlaubnisse für den nepalesischen Verein jährlich zu erneuern.
Daneben hatte sein Laptop einen schlimmen Virus und musste komplett formatiert werden. Da er leider keine Backups machte, sind nun sämtliche Aufzeichnungen und Abrechnungen vorläufig verloren und er muss sie von seinen täglichen handschriftlichen Aufzeichnungen komplett neu eingeben.

Rifai aus Indonesien schickt mir monatlich pünktlich zum ersten oder zweiten des Monats seine immer länger werdende Abrechnung und scheint die Sache sehr gut zu machen und zu kontrollieren.
Neulich erzählte er mir per WhatsApp von einem 12.klässler, der sein Zeugnis kopierte, mit Tip-Ex seine Fehltage löschte, dieses gefälschte Zeugnis scannte und dann neu ausdruckte, um es ihm zu bringen. Da Rifai ihm nicht glaubte, dass er keinerlei Fehltage habe, ging er an die Schule und fragte nach und erfuhr, dass der Junge in einem Semester (ca. 100 Unterrichtstage) volle 24 Tage nicht zur Schule gegangen war!
Da unsere Schülerinnen und Schüler für jeden Tag, den sie nicht zur Schule gehen, (für die wir ja zahlen) ohnehin relativ hohe Strafe bezahlen müssen, verzichteten wir für diesen Betrug auf weitere Bestrafung.

Vorgestern besuchten mich zwei frühere Klassenkameraden (Abi 1973!) und wir unterhielten uns sehr interessant.

Am Computer sah ich In den letzten Tagen komplett die etwa 18.000 Fotos durch, die ich auf der externen Festplatte gespeichert habe. Ich sortierte viele medizinische Belege aus und schickte den heute Erwachsenen auf Lombok die Fotos aus aus ihrer Kinderzeit.

Ich möchte auch diesen Sommer nach Lombok fliegen, warte aber noch, wie sich die Sache mit dem Corona-Virus entwickelt.

 

22.01.2020 Unsere Homepage war für einige Tage nicht zugänglich, da der Provider Strato der Meinung war, dass sie einen Virus enthalte.
Nun ist alles wieder sauber.

24.12.2019 Ich wünsche allen Lesern Frohe Weihnachten! Schöne Feiertage und für nächste Woche einen GUTEN RUTSCH!!!

01.12.2019 Ich wünsche Euch einen schönen Advent und eine nicht allzu einkaufs-stressige Vorweihnachtszeit!!!
Eine Bitte:Ende 2018 haben - wohl, weil ich so lange nichts von mir hören ließ - viele ihre Überweisungen eingestellt, ihre Daueraufträge gekündigt.
Einige haben ihre Hilfe inzwischen wieder aktiviert.
Erzählt doch bitte ALLEN, die Ihr kennt, dass ich noch lebe, dass wir weiterhin aktiv sind und nach wie vor (auch in Nepal!) hunderten von Schülerinnen und Schülern helfen.

09.11.2019 Heute vor dreißig Jahren war ich mit einer Gruppe auf dem Everest-Trek in Nepal. Wir waren bereits auf dem Rückweg und übernachteten in einer kleinen Lodge knapp südlich von Junbesi. Auf der Festerbank stand ein kleines Kurzwellen-Radio. Ein Mitreisender aus Berlin spielte daran herum und bekam die Deutsche Welle rein - uns so erfuhren wir, dass die Mauer offen war.

03.11.2019 Heute machte ich ENDLICH die letzten Spendenbescheinigungen für Eure Hilfe in 2017 und 2018 fertig. Die für 2017 solltet Ihr kürzlich bereits erhalten haben; die letzten für 2018 wird mir eine Bekannte Mitte der Woche zur Post bringen.
Ich entschuldige mich noch einmal für die Verspätung und verspreche Euch, dass wir die Spendenbescheinigungen in Zukunft wieder pünktlicher verschicken werden.

21.09.2019 Nun will ich Euch endlich von Indonesien erzählen:
Bis 2015 betreute Amir, den ich seit der 3. Klasse kenne und der inzwischen fünf Kinder hat, unsere Schülerinnen und Schüler. Doch schon seit ein paar Jahren hatte er "eigentlich keine Lust mehr". Da ich niemandem anderen so viel Geld anvertrauen wollte, erlaubte ich ihm nicht, aufzuhören.
2016 begann sein Bruder Rifai (sprich Ri-pa-i), ihm zu helfen und sich einzuarbeiten.
Im Sommer 2017 übernahmen Rifai und seine Frau die Betreuung unserer Schülerinnen und Schüler.
Als ich 2018 nicht nach Indonesien gehen konnte, hatte ich furchtbare Angst: Kann er / können die beiden, die das gerade erst seit einem guten halben Jahr machen, die viele Arbeit des Schuljahrswechsels ganz ohne mich schaffen? Zeugnisse einsammeln und auswerten; neue Stipendiaten auswählen; viele Millionen Anmeldegebühren zahlen; Kleidung und Taschen für alle kaufen...
Er hat es geschafft!!!
Amir hat mich etwas enttäuscht, da er seinem Bruder kein einziges Mal half.
Aber Rifai macht sich TOLL; arbeitet besser als Amir oder ich es je gemacht haben!
Zum Beispiel fährt er alle paar Monate mit den Bestellheften der Schülerinnen und Schüler zu unserer wichtigsten Oberschule und lässt die Lehrer/innen kontrollieren, ob sie das, wofür sie um Geld baten, auch wirklich alles brauchten; oder er läd zur Vollversammlung mit allen Eltern und macht ihnen klar, dass sie darauf achten sollen, dass ihre Kinder uns nicht bescheißen.
2018 + 2019 machten 57 unserer Zwölftklässler/innen ihren Abschluss. In den beiden Jahren nahmen wir knapp 50 neue Stipendiaten/innen auf.
Es läuft!!!

31.08.2019 Nächster Tage werde ich hier über meine acht Wochen in Indonesien berichten.

Juli 2019: Allen, die mir auf meine lange Nepal-Info (s.u.) antworteten, schickte ich diese Mail mit mehr Details zum Gefängnis, meiner Gesundheit und unsere Stiftung:

SOO vieles müsste ich Dir erklären / erzählen...
1) Hotmail lässt es, um Spam / Werbung zu verhindern, nicht mehr zu, dass man viele Emailadressen ins „BCC“-Feld kopiert. Deshalb konnte ich die Rundmail lange gar nicht verschicken und erst jetzt von der Adresse der Stiftung aus.
A) ist sie bei vielen Leuten wohl im Spam gelandet.
B) passte das geänderte Datum nicht mehr zum Text: Ich bin bereits seit fast zwei Wochen in Indonesien.

Meine Gesundheit:
Mein Hausarzt sagt, ich sei gesund: Kein Zucker, kein Bluthochdruck, guter Puls. Körperlich (und wohl auch geistig) ist alles in Ordnung; nur das Gehen klappt nicht mehr. Teilweise bin ich wohl selber schuld, weil ich im Gefängnis zu wenig trainierte, zu viel saß und lag. So humpele ich am Rollator durch die Wohnung (bzw. das Hotelzimmer).
Z. B. Etwas vom Boden aufzuheben ist extrem schwierig und ohne die Hilfe eines tollen Nachbarn, des deutschen Pflegedienstes (Pflegegrad 3 gerade anerkannt) und meiner indonesischen Freunde wäre ich ziemlich aufgeschmissen.

Das Gefängnis:
Es scheint das Beste in Nepal zu sein und ich hörte von viel schlechteren / strengeren.
Es war TOLL! 15 Monate dort waren mir zu lang!!! Aber eine kürzere Zeit dort hätte ich nicht missen mögen! Der Aufenthalt dort war interessanter als ein weiteres Land zu bereisen und weitere zehn Tempel zu besichtigen!
Es gibt dort keine Handys, kein Internet, keine Messer und keine Frauen. Davon abgesehen funktioniert es (mit ca. 1900 Personen) wie ein großes Dorf: Es gibt Zeremonien / Gottesdienste für alle vier wichtigen Religionen. Es gibt ein Fitnessstudio und eine Band. Es gibt einen Friseursalon und einen Schuhmacher. Es gibt mehrere Geschäfte und private Restaurants (zusätzlich zum staatlich finanzierten Zweimal-täglich Reis-Essen), es wird Fußball, Volleyball und Kricket gespielt.
Die Polizei ist nur vor dem Haupteingang und auf den Wachtürmen. Im Innern wird alles organisiert und bewacht von etwa 300 länger bleibenden Gefangenen, die dafür leichte Vergünstigungen, ein Mini-Gehalt und etwas Strafreduzierung bekommen. Diese können sehr streng, aber auch extrem hilfsbereit sein.
Der Grund-Tenor des Ganzen ist Höflichkeit. Der ganztags aktive Lautsprecher ruft keine Gefangenen-Nummern auf, sondern sagt z. B. „Könnte bitte einer der Freunde vom Fleischgeschäft zum Haupteingang kommen“; „Könnte Herr Jürgen Dahm bitte nach Möglichkeit zur Apotheke gehen.“
Ich würde JEDEM, der in Deutschland Verantwortung in einem Gefängnis hat, empfehlen, sich zum Lernen mal für zwei Monate dort einsperren zu lassen!!!

Organisatorisch war es recht schwierig: Im Gefängnis besuchen dürfen einen nur enge Verwandte (= Personen gleicher Kaste) und „Dahm“ gibt es in Nepal eben nicht. Telefonieren darf man alle fünf Tage an max. 3 Nummern für insgesamt 10-15 Minuten.
Das Gericht ist schwierig und unzugänglich: Meinen Richter sah ich im Feb. 2018 ein einziges Mal. Ansonsten saß ich im Wartesaal, während beim Richter Rechtsanwälte und meine Zeugen (auch viele ehemalige Kinder) redeten oder befragt wurden.

Ich hätte beim Highcourt in Berufung gehen können. Aber mein Rechtsanwalt meinte, darauf könne ich leicht weitere 3-4 Monate warten – und also länger im Gefängnis bleiben müssen.

SOO viele haben mir in der Nepal-Zeit gemailt!

Ich gebe zu, dass wir nicht gut organisiert waren und für zukünftige Notfälle vieles besser machen müssen:
Ich verriet Gesine, die mich vertrat, das Passwort zu meinem Hotmail-Konto.
Doch Hotmail akzeptierte nicht, dass mein Emailkonto von einem anderen (Gesine`s) Computer aus geöffnet wurde. Sie schickten den Code, um dies zu erlauben, an mein Handy - das die Polizei beschlagnahmt hatte.So richtete Gesine ein anderes Emailkonto ein, um Euch zu informieren. Doch nachdem sie gleich nach Einrichtung etwa 400 Mails verschickte, verdächtigte sie der Provider des Spammings und löschte das Konto gleich wieder. - Daher konnte ihr niemand antworten.
Viele mailten an die www.j-dahm-stiftung.de; doch für diese wusste Gesine kein Passwort – und ich auch nicht, da ich von dort aus selten maile und eingehende Mails automatisch an mein Hotmail-Konto weitergeleitet werden.

ZUKUNFT: Ich gehe davon aus, dass wir weitermachen! Sanjok, unser Sozialarbeiter in Nepal will weitermachen. Wir mailen regelmäßig und er hat zur Zeit viel Arbeit mit der Auflösung meiner Wohnung und dem Zuschicken mir fehlender Dateien. Dass ich jeden Winter nach Nepal flog, war mein „Hobby“, da ich lieber in Kathmandu zwischen 30 bis 150 Tagesbesuchern sitze, als zu Hause zwischen Fernsehen und Computer. Für das Bezahlen von Schule und Medizin muss ich nicht nach Nepal; muss nur mailen und Euer Geld überweisen.

Rifai, der Betreuer der Schülerinnen und Schüler hier in Indonesien macht sich GANZ TOLL! - Von ihm werde ich ein anderes Mal erzählen. Das soll für heute erst einmal genug sein... Wenn Du Fragen hast, schreibe mir bitte!

 

30.6.2019

Mitte Mai kam ich zurück nach Deutschland.
Anfang Juli verschickte ich dies als Rundmail:

Viel zu lange habe ich von mir und der Jürgen-Dahm-Stiftung nichts hören lassen. Dafür entschuldige ich mich sehr!

Ich war diesmal statt der üblichen knapp fünf Monate volle 19 Monate in Nepal. - Und davon 15 Monate im Gefängnis!

Ich möchte Euch erzählen, was mir passierte, was man mir unterstellte. Dazu muss ich aber etwas ausholen, mit der Vorgeschichte beginnen:

Seit vielen Jahren kommen pädophile Touristen nach Nepal, vergehen sich an den Straßenkindern. Bis vor kurzem tat die Regierung fast nichts dagegen. Da die Leute sich meist "John" nannten (egal ob Amerikaner, Deutscher oder Franzose) und, wenn mir Kinder davon erzählten, immer "gerade" (vor 2-3 Wochen) abgereist waren, konnte auch ich nichts dagegen tun.

Da ich anfangs mich meist um Straßenkinder kümmerte (Wunden sauber machen, Operationen bezahlen, usw.), wurde auch ich schon früh verdächtigt. Bereits vor etwa 25 Jahren setzte ein französischer Aktivist mich als "vermutlich auch" in sämtliche damals existierenden nepalesischen Zeitungen.
Dieser Franzose gründete wohl später eine Stiftung, die einen nepalesischen Verein finanziert, der u. a. ein Straßenkinder-Heim unterhält.
(All dies sind Vermutungen, da alle drei sehr versteckt arbeiten, die Öffentlichkeit scheuen und immer wieder andere Informationen geben.)

Jedes Kind, das eine Zeit lang (10 Tage oder vier Monate) bei mir gewohnt hatte, wurde nach meiner Abreise in dieses Heim aufgenommen - und erzählte mir im kommenden Herbst, was die mir alles unterstellen und was sie alles fragten.
Unvorsichtig und aus heutiger Sicht dumm: Da ich den Kindern nichts tat und alle Kinder dies wussten, machte ich mir deswegen keine Sorgen.

Vor etwa 15 (?) Jahren ließ dieses Heim die Polizei bei mir zu Hause in Deutschland meinen Computer / Laptop beschlagnahmen und durchsuchen. - Die Bescheinigung, dass sie damals nichts fanden, habe ich heute noch.

Vor einigen Jahren kapierte ich endlich, dass ich den Straßenkindern in Kathmandu nicht auf Dauer helfen kann: Vier Monate lang kommen sie täglich zu mir; und dann gehe ich wieder für acht Monate nach Deutschland Und Indonesien. So vermittelte ich alle Straßenkinder (incl. Krankenhaus-Tickets, Röntgenbilder und anderer Infos) an ein anderes Hilfswerk. Wir kümmern uns seitdem überwiegend um Schülerinnen und Schüler, zahlen ihnen Gebühren, Uniformen, Bücher, Schreibwaren und medizinische Versorgung. Auch die Tagesbesucher gehen fast alle zur Schule. Seitdem ließ der Verein mich in Ruhe und ich dachte, das Haupt-Problem sei gewesen, dass ich deren Straßenkinder-Heim Konkurrenz machte.

2017 gingen Sozialarbeiter dieses Vereins mit drei unserer Tages-Besucher zur Polizei und diese behaupteten dort, ich habe sie beim Duschen nackt fotografiert.

Am 13. Januar 2018 wurde ich verhaftet.

25 Tage saß ich unter Aufsicht der Polizei; dann volle elf Monate wartend im Gefängnis. Mal war der Richter auf Fortbildung, mal die Staatsanwältin krank... und ich ging die ganze Zeit davon aus, dass sie die Jungs wohl bestochen haben mussten. (Ein Mountainbike, ein Moped, ein Taxi für die Eltern...)

Im Januar 2019 gab es endlich das Urteil - und der Richter glaubte den Jungs mehr als meinen Anwälten - und mir wurde einiges klar:
a) ich musste 15 Monate (also noch vier Monate) im Gefängnis bleiben.
b) ich musste 13.000 Rupien (104,- Euro) Strafe an den Staat zahlen.
c) jeder der drei lügenden Jugendlichen bekam von mir Rs. 15.000 "Schmerzensgeld" (für Schmerzen, die ich ihnen nie zugefügt habe).

15.000 Rupien sind zwar "nur" 120,- Euro. Aber in Nepal entsprechen sie 100 Abendessen mit Nachschlag in einem einheimischen Mittelklassehotel oder 115 % des staatlich vorgeschriebenen Mindestlohns, für den ein Erwachsener einen Monat lang 8 - 10 Stunden täglich arbeiten muss.

Die Jungs kamen für 40,- Rupien Mittagessen täglich bis zu uns und ich nehme an, wenn dieser Verein den Jungs nur andeutete, dass seine Rechtsanwälte den Richter dazu bringen könnten, ihnen ein solches "Vermögen" zu besorgen,erzählen diese auf der Polizei, was immer man ihnen beibringt.

SO; nun wisst Ihr, warum ich so lange nichts von mir hören ließ, unsere Internetseiten nicht aktualisierte...

 

Ich VERSPRECHE Euch, dass ich in den 13 Jahren in der Wohnung, die ich in Kathmandu gemietet hatte, von den tausenden von Besuchern NIE eine/n unsittlich berührt, fotografiert oder gefilmt habe!
(13 Jahre; knapp 150 Tage jeden Winter; 30 bis 40 und bis zu 120 Besucher täglich: So könnt Ihr ausrechnen, wie viele Kinder und Jugendliche mich besuchten.)

Für die Tagesbesucher ist es schlimm: Ich darf sieben Jahre lang nicht nach Nepal einreisen. Meine Wohnung habe ich aufgelöst. Computerunterricht, Bibliothek, Spieleausgabe, tägliches Mittagessen... - All das ist vorbei.

Für mich ist es auch schlimm:
- 38 Jahre lang habe ich Nepal und seine Menschen geliebt.
- kurz vor meiner Entlassung wurde in meine Wohnung in Kathmandu eingebrochen: Alle Kameras, Computer, Bildschirme, Videokassetten u. v. a. sind weg.
- Auch hier in Deutschland reagierte die Polizei auf die Zeitungsberichte aus Nepal: Im August 2018 durchsuchten sie meine Wohnung und nahmen sämtlich Computer, alten Laptops, Festplatten und externe Speicher mit.
- Das Gericht in Nepal gibt meinem Rechtsanwalt die von der Polizei beschlagnahmten Sachen nicht zurück: Laptop, Handy, Speicherkarten und USB-Sticks sowie alle Daten fehlen mir.

Die (einzige?) gute Nachricht: Unser Sozialarbeiter macht weiter und wir zahlen nach wie vor hunderten Schülerinnen und Schülern ihre Schulbildung und medizinische Versorgung.

 

Ich weiß, dass Ihr schon seit letztem Frühjahr auf Eure Spendenbescheinigungen wartet.

Nun muss ich aber leider damit rechnen, das die/der einzelne mir mein obiges Versprechen nicht glaubt und mir nicht mehr vertraut.

Beträge, über die ich eine Spendenbescheinigungen ausgestellt habe, muss die Stiftung verbrauchen und ich darf sie nicht zurück überweisen.

Daher muss ich alle Spender/innen jetzt bitten, mir zu schreiben, eine Postkarte oder eine Email zu schicken: Wer mir weiterhin vertraut und bei unserer Arbeit helfen will, soll um eine Spendenbescheinigungen bitten. Wer mir nicht mehr vertraut, soll mir bitte den Betrag und seine IBAN mitteilen, damit ich Euch Euer Geld zurück überweisen kann.

 

Indonesien: Rifaï, der die Betreuung der Schülerinnen und Schüler erst 2017 von seinem Bruder Amir übernahm, hat sich SO toll gemacht! Niemals hätte ich ihm zugetraut, dass er den Schuljahrswechsel (Zeugnisse, neue Stipendiaten, Anmeldegebühren, Kleidungskauf...) schon 2018 ganz alleine verkraftet. Doch er hat es geschafft! Er schickt uns monatlich seine Abrechnung und alles scheint zu stimmen.

Um ihn nicht auch dieses Jahr alleine zu lassen, werde ich am Dienstag (das war Mitte Juni) für knapp zwei Monate nach Lombok fliegen.

Wer von Euch eine Spendenbescheinigungen möchte, wird diese daher erst Ende August bekommen.

 

Nepal 2017 - 2018

Am 13.1.2018 wurde ich verhaftet.
Näheres dazu lest bitte im Text meiner Rundmail vom Juni 2019, den ich oben einfüge.

3.1.2018: An den meisten Schulen beginnen dieser Tage die Winterferien.
Heute war der bisher kälteste Tag dieses Winters: Um 7 Uhr morgens waren es draußen ganze 2,2 Grad Celsius. Da alles schlecht isoliert und kaum geheizt ist, sitze ich in Pullover + Daunenjacke am Computer. Im Tageszimmer wird es erst nach 13 Uhr durch die Körperwärme der vielen Besucher angenehmer und abends freue ich mich auf 10 bis 11 Stunden unter der tollen Steppdecke.

1.1.2018: Ich schicke Euh allen meine besten Wünsche für das soeben begonnene Jahr 2018!

23.12.2017: Hier läuft alles normal = bestens. Viele Schulen sind in den zweiten Zwischenprüfungen.
Langsam wird es rapide kalt und seit einigen Tagen habe ich eine neue, viele kg schwere, unglaublich warme Baumwoll-Steppdecke.
Am Abend des 24. werden wir zu acht (zwei Sozialarbeiter, vier Besucher, ein Freund und ich) zu einem (relativ) schicken Abendessen gehen.
Ich wünsche allen Lesern FROHE WEIHNACHTEN und für nächste Woche einen GUTEN RUTSCH in ein hoffentlich friedliches Jahr 2018!

6.12.2017: Ich wünsche Euch zum Nikolaus-Fest Alles Gute und einen möglichst stressfreien Advent!
In Kathmandu sind morgen die Wahlen zum Parlament, die in den Dörfern schon seit einiger Zeit liefen. In allen Schulen sind diese Woche Ferien und wegen der Bomben, die teilweise wie Spielzeug verpackt sind, erlauben viele Eltern ihren Kindern nicht, die Wohnung (das Zimmer) zu verlassen. So kommen zu uns dieser Tage nur sehr wenige Besucher; gestern gaben wir ganze 7 Mittagessen aus, heute waren es 20; ich nehme an, dass es ab Freitag wieder normal laufen wird..

1.12.2017: Seit Beginn der Woche laufen an vielen Schulen die Zwischenprüfungen zum Ende des zweiten Tertials. Aber typisch Nepal macht jede Schule ihr eigenes Programm: Viele haben noch regulären Unterricht. So ist es für uns sehr schwierig zu kontrollieren, wer nach Abschluss der täglichen Prüfung zum Spielen kommen darf (und bald zum Lernen nach Hause gehen sollte); und wer in der Schule sein müsste und vielleicht geschwänzt hat.
Es wird rapide kälter! Es ist wirklich täglich ein Unterschied zu spüren. Während ich vor zwei Wochen noch im langärmeligen Hemd saß, habe ich heute meinen dünnen Pullover gegen einen dickeren ausgetauscht und werde bald die Daunenjacke benötigen.

16.11.2017: Vom deutschen Wetter (und von den Sondierungen) erfahre ich aus den Nachrichten, die ich regelmäßig im Internet schaue. Hier beginnt es langsam, Winter zu werden: Zum Schlafen haben wir die dünnen Wolldecken gegen Baumwoll-Steppdecken ausgetauscht und tagsüber sitze ich im langärmeligen Hemd (und die Einheimischen fragen mich täglich, wann ich endlich Pulli oder Jacke drüberziehen werde).
Die Kinder gehen zur Schule und wir achten sehr darauf, dass sie das auch tun. Schulschwänzer dürfen nicht zum Spielen kommen oder bekommen keine Mittagessen-Gutscheine. Zurzeit spielen vor mir fünf 6.- oder 7.-klässler,die, weil ihre billige Schule nicht genug Räume hat, früh morgens zum Unterricht gehen müssen. - Erst ab halb vier wird es wieder voll.

Ein Blatt aus der Datenbank über die Kinder in Nepal.
Da ich auch die "alten Kinder" und früheren Besucher nicht lösche,
umfasst die Datenbank inzwischen über 1400 Blätter.

Inzwischen habe ich über 20 der neuen Besucherinnen und Besucher in der Datenbank erfasst: Name und Familie; Gebutstag nach nepalischem und unserem Kalender; Namen, Arbeit, Alter von Eltern und Geschwistern; Heimatdorf und momentane Wohnung; Handynummer (der Eltern oder eines Nachbarn); welche Schule und in der wievielten Klasse... Anschließend erfasst der eine Sozialarbeiter das gleiche in Formularen auf Nepali; der andere macht die Passbilder. (Und das alles findet nur nach der Schule, also zwischen 16 und 18 Uhr, statt).
Am nächsten Morgen bearbeite ich die Fotos und erstelle die Ausweise. Drei von diesen werden als ein Foto entwickelt und abends gestempelt. Dann müssen sie über Nacht trocknen.
Am nächsten Tag schneidet der Sozialarbeiter sie zu, trägt das Gültigkeitsdatum (i. d. R. 1 Jahr) ein, unterschreibt sie und steckt sie in Hüllen. Ich notiere das Ausstellungsdatum und gebe sie den Besuchern.

28.10.2017: Anfang der Woche gingen die Kinder für 3-4 Tage zur Schule. Donnerstag-Freitag gab es schon wieder zwei staatliche Feiertage für ein religiöses Fest der indischstämmigen Bewohner.
Heute ist der wöchentliche Feiertag und ab Sonntag oder Montag werden wohl endlich alle wieder zur Schule gehen. (Seit Ende September waren mit wenigen Unterbrechungen fast immer Ferien.)
Für unsere zahlreichen neuen Besucherinnen und Besucher werde ich heute Nachmittag vieles erklären und sie ab morgen in die Datenbank aufnehmen und ihre Ausweise ausstellen.

19.10.2017: Seit gestern sind Schulferien für Tihar, das letzte der großen Herbst-Feste. Dessen Höhepunkt wird Laxmi Puja sein, die Anbetung und Verehrung von Laxmi, der Göttin des Lichtes und des Wohlstandes, für die schon jetzt alle Geschäftsfronten geputzt werden und alle Häuser mit bunten Lichterketten geschmückt sind.
Zum Wochenende werden auch die letzten Schülerinnen und Schüler aus ihren Dörfern zurückkommen und Sonntag oder Montag beginnt für alle wieder der Unterricht.

Freitag, der 13.10.2017: und wie bei mir üblich verlief er friedlich und problemlos.
Seit Sonntag findet an vielen Schulen wieder Unterricht statt und meine Anwesenheit hat sich inzwischen ganz gut herumgesprochen: Täglich gebe ich für etwa 60 bis 65 Mittagessen Gutscheine aus; gestern sogar für mehr als 75!
Die Computer haben wir inzwischen in der Sonne trocknen lassen und von innen gesäubert. Ab morgen werde ich die ersten Besucher an dem Programm zum 10-Finger-Schreiben-Lernen einarbeiten.

05.10.2017: Gestern früh gegen 02 Uhr gab es wieder ein Erdbeben. Aber es war nur von der Stärke 3,7 und ich habe gut geschlafen und nichts gemerkt.

03.10.2017: Seit heute früh bin ich in Kathmandu. Nach dem Flug, auf dem ich kaum schlief, war ich so müde, dass ich mich nachmittags 1½ Stunden schlafen legte. Jetzt bin ich immer noch müde und werde früh ins Bett gehen. Aber es geht mir gut.
Sanjok-Sir, unser Sozialarbeiter und Betreuer der Schülerinnen und Schüler, kam schon morgens, ging wieder nach Hause, kam ab 13 Uhr wieder. Fast zugleich kam Hari-Sir und mit zwei Sozialarbeitern konnte ich mich unbesorgt zurückziehen.
Im Laufe des Nachmittages kamen gut 25 Besucher. Ich notierte bei jeder/m die Anwesenheit und wer einen neuen Ausweis braucht und evtl. dafür zahlen muss.
Nachdem ich zu Hause fast nur in der Mikrowelle Aufgewärmtes esse, genoss ich vorhin das frisch Gekochte: Reis, Linsen, Kartoffeln (statt Gemüse) und etwas scharfes Fleisch.

01.10.2017: Seit 14 Uhr habe ich fertig gepackt; der Koffer ist zu.
Morgen packe ich noch das Notebook ein und um 12 Uhr kommt das Sammeltaxi, das mich zum Flughafen bringt.
Dienstag früh (Ortszeit) werde ich hoffentlich in Nepal landen.

19.9.2017: Vor gut einer Woche schickte ich den Jahresbericht der Stiftung für 2016-17 ans Regierungspräsidium, die Bank und den Steuerberater. Da bisher noch keine Rückfragen oder Reklamationen kamen, kann ich ihn jetzt auch hier veröffentlichen.

14.9.2017: Ein Freund druckte uns in der Firma die Jahresberichte. Gestern Abend kam er zu mir, faltete sie, steckte die 75 Stück, die ich per Post verschicke,in Umschläge, frankierte sie und warf sie in den Briefkasten.
Inzwischen habe ich sie auch hier verlinkt und werde bald das Email-Rundschreiben verschicken.

Anfang Oktober werde ich nach Nepal fliegen und freue mich, wenn Ihr hier dann immer mal schaut, was es Neues gibt.

24.3.2017: Hier könnt Ihr noch einmal nachlesen, was sich in Indonesien von Mai bis August ereignete.

 

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