Saugat Kharka

Vorgeschichte

Ein taubstummer Freund des ebenfalls taubstummen Juniorchefs der Pension, in der ich in Kathmandu wohne und arbeite, hatte mir im Frühjahr 2001 erzählen lassen, dass er eine Familie kenne, der man helfen müsse. Mit einem unserer Ex-Kinder, der zu der Zeit in deren Siebdruckerei als Drucker und zugleich als Gehörlosen-Dolmetscher arbeitete, ging ich sie erstmals besuchen: Ich wurde in einem großen Büro- und Mietshaus in ein großes Kellerzimmer geführt, in dem zu der Zeit die Familie Kharka wohnte. Der Besitzer zahlte der Mutter fürs Putzen 1000 Rupien im Monat und stellte dieses große Zimmer (das mindestens 1500,- kosten würde) kostenlos zur Verfügung. Der Vater arbeitet als Nachtwächter - und säuft.

66 Rupien entsprechen im Frühjahr 2002 etwa 1 Euro. - Aber so darf man nicht umrechnen, wenn man den Wert von Medikamenten oder die Kosten einer Be­handlung verstehen will.
Ein Hilfsarbeiter verdient etwa 1800 bis 2200 Rupien im Monat. Und die Monats­miete der primitiven kleinen Zimmer, in denen die Fami­lien unserer Kinder wohnen, liegt zwischen 800 und 1200 Rupien.

Saugat Kharka kurz nachdem er mir vorgestellt wurde
Saugat Kharka im
Frühjahr 2001.

Und dann saßen wir auf den Betten und ich erfuhr langsam die Vorgeschichte:
Sie hatten Land und Haus in der Nähe von Trisuli und es ging ihnen wohl recht gut. Der älteste Sohn Saugat ging auf einer teuren Privatschule in die Vorschule. Als 7jähriger verbrannte er schwer, als eine Flasche mit Kocherbenzin / Petroleum umfiel und sich über seine Kunstfaser-Kleidung ergoß und Feuer fing. Zunächst wurde er in der nächsten Stadt behandelt; doch als es dort nicht heilte, verkauften sie Land und Haus und gingen nach Kathmandu. Später verkauften sie ALLES ("sogar meinen Nasenschmuck" betonte die Mutter) für die Behandlung des schwer verbrannten Sohnes. 11 Monate im Kanti Hospital (Kinderklinik), mehrere Operationen mit Transplantation von Haut beider Eltern. Dann hatten sie viel bezahlt, alles verbraucht und dort immer noch 32.000 Rs. offene Rechnungen. Die Mutter haute nachts mit dem Kind auf dem Arm ab; alle Unterlagen usw. ließ sie dort. (Und nun trauen sie sich nie wieder in diese Kinderklinik, aus Angst, wegen "Zechprellerei" verhaftet zu werden.)

Eine 10 Monate jüngere Tochter arbeitet als Haushaltshilfe in Kathmandu und soll von der Familie angeblich demnächst eingeschult werden. Eine 8jährige Tochter ist bei Verwandten des Hausbesitzers in Delhi (und muss dort wohl auch arbeiten). Für ein gut 5jähriges Mädchen zahlen wir seit Frühsommer 2001 die Vorschule. Ein einjähriges Baby ist ebenfalls ein Mädchen.

Saugat in Unterhose

Saugat war nach den Operationen in einer staatlichen Schule. Aber irgendwann konnten sie nicht einmal diese mehr bezahlen und er hörte auf. - Auch ihm zahlen wir seit Sommer 2001 die Schule.


Die Mutter führte mir auch gleich bei diesem ersten Besuch die Verletzungen vor. - Den Jungen haben inzwischen wohl so viele Ärzte, Schwestern und andere Leute nackt gesehen, daß das für alle Beteiligten die selbstverständlichste Sache zu sein schien:
(Aber das Folgende konnte ich erst schreiben, nachdem ich ihn und seine Familie oft besucht und besser kennengelernt hatte:)

Saugat von hinten Verbrannte, dünne, helle und fleckige Haut hinten links von der Mitte der Pobacke bis Mitte des Oberschenkels, rechts von Oberseite Pobacke bis knapp über der Kniekehle; glatt und elastisch; doch als ich sagte, das sei ja sehr gut geworden, meinte er, es sei aber empfindlich und tue weh.
von vorne Auf dem Bauch eine ovale Fläche scheinbar transplantierter Haut (vom Nabel bis zum Unterbauch), die recht gut aussieht.

Weniger gute Haut auf einer Fläche, die oben durch beide Leisten und Schambein begrenzt wird, sich über beide vorderen Oberschenkel zieht und an der Innenseite beider Oberschenkel kurz über den Knie endet. Dort stellenweise gute Haut; aber stellenweise Flächen mit (ich nenne es mal so:) Mini-Kontraktionen mit vielen kleinen "Löchern" und Vertiefungen.
Kontraktionen Zwischen den Beinen (und auch das führte mir die Mutter gleich beim ersten Besuch von vorne und von hinten vor!) drei Linien von nicht ausreichender, spannender Haut, die verhindert, daß er die Beine spreizen oder im Schneidersitz sitzen kann:
  • In einer Kreislinie von den Vorderseiten der Oberschenkel oberhalb des Penis verlaufend;
  • von der Innenseite beider Oberschenkel und hinter dem Skrotum;
  • und von der Innenseite beider Oberschenkel unmittelbar vor dem After vorbei.
mit gespreizten Beinen


Herbst 2001

Ich notierte mir damals "Da werde ich also im Herbst mal wieder einiges zu tun haben ..." Aber als ich im September 2001 in Kathmandu ankam, war Saugat kurz vorher von einem Affen gebissen wurden, war an der Tollwut fast verstorben. Er litt immer noch unter Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und Schwindel, so dass an eine große Operation nicht zu denken war.

Dann war plötzlich die Familie verschwunden. Erst spät meldeten sie sich wieder: Sie könnten jetzt bei einem Verwandten in ihrem Heimatdorf wohnen, wieder langsam und ganz klein mit Landwirtschaft beginnen. - Beide von uns bezahlte Kinder seien inzwischen dort an einer Schule angemeldet.
Erst kurz vor meinem Heimflug kamen sie noch einmal zu mir und blieben für ein paar Tage in der Stadt. So gingen wir zu Dr. Joshi, dem mir schon gut bekannten obersten plastischen Chirurgen am staatlichen Krankenhaus. Bei dieser Voruntersuchung erklärte der, dass er nicht nur die Kontraktionen lösen könne, sondern auch einen Ersatz für das völlig verlorene Skrotum (Hodensack) "modellieren" könne. (Dessen "Inhalt" ist vorhanden und hoffentlich unversehrt; aber die ihn umgebende Haut drückt ihn dicht an den Unterbauch, was wegen der zu hohen Temperatur mit der Zeit ganz sicher zu Schäden führen wird.)

Weil die Ärzte zu der Zeit noch nicht so weit vorausplanten, ließ ich alle Unterlagen bei Mukesh, der im Januar wieder in die Ambulanz des Plastischen Chirurgen ging und für Saugat (und auch für andere Kinder) Operationstermine festmachte.


Frühjahr 2002

Am 18. Februar kam ich in Kathmandu an; Mukesh teilte mir neben vielem anderen die festgemachten OP-Termine mit. - Saugats Mutter habe er angerufen und die werde sich rechtzeitig bei mir melden.

NICHTS tat sich (und später behauptete sie, mehrmals angerufen und mich nicht erreicht zu haben). Am 7. März rief ich ein Geschäft an, das zwei Stunden Fußmarsch von ihrem Haus die einzige Telefonverbindung bietet. Aber die Nachrichten werden hier recht zuverlässig weitergegeben und tatsächlich kam Frau Kharka am Freitag, den 8. März mit Saugat und ihrer inzwischen knapp zweijährigen jüngsten Tochter in Kathmandu an.
(Wegen der bevorstehenden Blutuntersuchungen hatte sie Saugat schon seit Donnerstag Abend nüchtern gehalten; und als sie bei uns ankamen, musste ich den fast verhungerten Jungen erst einmal zum Essen schicken.)

Samstag, 9.3.2002: Die Mutter wohnt bei Verwandten, Saugat kam morgens zu uns und ich ließ Blut und Urin untersuchen und Herz und Lunge röntgen.

Sonntag, 10.3.2002: Dazu kopiere ich Euch einfach mein persönliches Tagebuch, das ich jeden Abend schreibe - auch wenn es heute nicht nur von Saugat erzählt:

Vom Frühstück zum Hausarzt und leider eine halbe Stunde warten müssen, da der "nur ganz kurz" weggefahren war. Sandeep hat nur Husten und Vitaminmangel; Ravi Maharjan hat neben dem Bandwurm, der bereits ayurvedisch behandelt wird, einen entzündeten Blinddarm und wir müssen jederzeit damit rechnen, dass er bei stärker werdenden Schmerzen sofort ins Krankenhaus muss.
Inzwischen hatte ich Saugat schon mit Sanjib vorausgeschickt, weil Saugats Mutter vor dem Bir Hospital auf uns wartete. Bis ich per Taxi dort ankam, hatten sie auch schon Röntgenbild und Laborberichte abgeholt. Hoch in den 3 Stock und bald zu Dr. Joshi ins Untersuchungszimmer.
Freundliche Begrüßung, ausgiebige Untersuchung - und wie üblich das Spiel mit den vielen "Lehrlingen" (Assistenzärzte oder Studenten), die erklären müssen, wie sie etwas machen würden. Dann saßen wir ewig, bis ein noch ganz Unerfahrener die Vorgeschichte, Krankengeschichte, Familiengeschichte usw. aufgenommen hatte. Inzwischen hatte ich Dr. Joshi erzählt, dass es nach der Blutentnahme gestern auffallend lange dauerte, bis der kleine Einstich zu bluten aufhörte. Daher wurden wir nicht gleich auf die Station geschickt, sondern wieder in die Pathologie, um die Gerinnungszeit genau bestimmen zu lassen; und die Blutgruppe, weil er also auf jeden Fall eine Blutkonserve brauchen wird.
Es war schon 13 Uhr, bis wir endlich ins andere Gebäude gingen. Dort bekamen wir gleich ein Bett, und auch die Liste mit den zu besorgenden Medikamenten und Materialien war schon fertig; fehlte noch der Blut-Bestellschein; ein paar Sachen besprochen, dann verabschiedete ich mich.
Mit den Medikamenten machte ich es mir diesmal einfach: Ich gab die ganze Liste in der Apotheke ab, die mir inzwischen auf alles 5% Rabatt gibt, und sagte ihnen, dass sie bis 16 Uhr alles zusammenstellen und schön verpacken sollen.
Ich hatte zu viel gestanden, hatte einen trockenen Mund und Lust auf Kaffee - und keine Lust auf Laufen. So nahm ich trotz des Einbahnstraßen-Umwegs ein Taxi zum Hotel.
Viele Kinder an der Ecke; noch mehr vorm Hotel, einige Jugendliche auf dem Dach. Sanjib hatte ich gleich zum Bezahlen der gestrigen Mittagessen geschickt und als der mit der Abrechnung kam, teilte ich diese Essensgutscheine gleich wieder aus, so daß nicht alle Kinder erst durchs Haus nach oben kommen mussten. (Und viele gingen vom Essen gleich nach Hause oder sonst wo hin, so dass es im Zimmer nicht all zu voll wurde.)
Trotzdem hatte ich genug zu tun, alles abzurechnen - und nur zwei Stunden Zeit. Aber ein kleines Mittagessen bekam ich zwischendurch auch noch.
Gegen 16 Uhr Taxi zum Roten Kreuz. Mit der Blutkonserve per Taxi ins Krankenhaus und diese gleich in der dortigen Blutbank abgegeben. Inzwischen hatte Krishna Rai erfahren, dass die ältere Schwester seiner Mutter gestern Abend von einem falsch bedienten Kerosinkocher stark verbrannt worden war und hier in der Notaufnahme lag. So schauten wir kurz nach der; Krishna blieb bei ihr bis andere Verwandte kamen (und ich organisierte später fast alle Medizin aus Christina's Apotheke, kaufte ihnen den Rest). Dann holten wir die bestellten Medikamente ab: Gut 5000 Rs. abzügl. 5% Rabatt.
Dann auf die Station. Sachen abgegeben, viel erklärt. Noch eine Blutentnahme für eine Gegenprobe der Blutkonserve; diese zur Blutbank gebracht und auf dem Weg mit der Mutter eine Runde durchs Haus, den Hof und bis vors OP und alles gezeigt und erklärt. Mit den beiden Kindern (Kumar aus dem Nachbarzimmer läuft rum und sitzt meistens bei Saugat) geschwätzt und gescherzt. Saugats Mutter Geld dagelassen; dann ging ich wieder.
Fast wollte ich den Ausgang nach Süden nehmen und nach Hause gehen, da erinnerte mich Sanjib an die Tante von Krishna. Also wieder dorthin. Es gab ein bißchen Hin und Her, weil sie eigentlich entlassen werden und zu Hause versorgt werden könne; weil die Verwandten aber um Aufnahme baten, da zu Hause niemand sei, der sie versorge (und weil das Zuhause wahrscheinlich so ein Loch ist, dass es ihr nicht gut bekommen würde, dort zu liegen).
Schließlich waren die Ärzte einverstanden und nachdem sie alle Medikamente hatten, ging ich.
Mittags hatte sich mir ein junger Mann vorgestellt, der bei den Leim-Schnüffel-Kindern lebt: Ein Arjun, der vor 6 Jahren vor dem Annapurna-Hotel lebte und dem ich einen Zahn füllen ließ - und den ich seitdem nicht mehr gesehen hatte. Damals war das Gerücht gegangen, daß er die silbern aussehende Füllung für 15 Rupien verkauft habe; doch heute mittag hatte er mir gleich gezeigt, dass er sie immer noch hat. Im Hotel hatte ich aus den alten Fotos seins rausgesucht, und nun ließ ich ihn rufen und gab ihm das.
Und dazu kam neben vielen anderen Kindern auch Shyam - und erklärte mir, dass der Verband die Wunde zu sehr erwärmt habe und die sei "deshalb" ganz voll Eiter gewesen. Daher habe er den Verband abgenommen. So ein Idiot! Und der galt mal als eines der intelligentesten Kinder auf der Straße! Mittags war er mit ins Hotel gekommen und ich hatte ihm Tampon und Verband wechseln wollen. Aber als ich das nicht sofort nach Ankunft machte, sondern erst verschnaufen und Kaffee trinken wollte (und den Tisch säubern und die Instrumente desinfizieren müsste), dauerte ihm das zu lange und er sagte, ich soll ihm nur die Tabletten für die nächsten 24 Stunden geben und den Verbandwechsel lasse er lieber morgen im Krankenhaus machen. Und nun hatte er nicht nur den Verband abgenommen, sondern auch den langen Tampon rausgezogen und lief mit der offenen Wunde unter einer schmutzigen Jeans hier im Staub rum. - Ich hätte ihn ohrfeigen können! Aber ich erklärte ihm nur alles ganz genau - und schlug ihm vor, jetzt mit ins Hotel zu kommen, damit ich das wieder verbinde. Auch die anderen Kinder versuchten, ihn zu überreden (er ist 14 oder 15 Jahre alt und müsste das doch einsehen), aber er meinte nur, er gehe lieber morgen zum Arzt. Ich werde jetzt die Verantwortung abgeben: Er hat sich jetzt dreimal nicht zum Richtigen überreden lassen; morgen bekommt er alle seine Medikamente, sein Ticket und 20 Rupien für den ersten Verbandwechsel. Und dann muss er sehen, wie er zurecht kommt.
(Am nächsten Tag brachte ich ihn dann doch zum Arzt - und wurde überrascht: Mein Erklären (oder Angst-Machen) hatte geholfen und er war noch an dem Abend in die Notaufnahme gegangen und hatte sich einen neuen Verband anlegen lassen!)
Zu Fuß direkt zum Restaurant, wo wir kurz vor 19 Uhr ankamen und schon viele Kinder warteten. Die aßen; aber ich brauchte erst mal einen Kaffee.

 

Unmittelbar nach der Operation
Saugat kurz nach 12 Uhr, als er gerade aus dem Operationssaal
gekommen war. - Seine Mutter kniet neben ihm

Montag, 11.3.2002: Ich war wieder mit anderen Kindern beim Hausarzt gewesen, hatte Geld wechseln müssen und kam erst gegen 11 Uhr im Krankenhaus an. Kumar erzählte mir, dass Saugat nach 8 Uhr ins OP gefahren worden sei. Ich traf die Mutter. Warten. - Ich ging mit Ravi M. einen Kaffe trinken (bzw. der Junge einen Tee). Punkt 12 Uhr kam ich wieder auf der Station an - und da wurde Saugat gerade gebracht, war schon halb bei Bewußtsein. (Und wir hatten gerechnet, dass die Operation auch 6 oder 8 Stunden dauern könnte!)
Er weinte ein bißchen, maulte ein bißchen, schlotterte am ganzen Körper. (Die Operationssäle werden so klimatisiert, daß die vermummten Ärzte nicht schwitzen - und die nackten Patienten erfrieren fast; das habe ich schon häufig erlebt.)

Unmittelbar nach der Operation
Dick eingepackt, weil die Leute immer halb erfroren
aus den klimatisierten Operationssälen kommen, wo
die Patienten nackt liegen, aber den Ärzten kein
Schweiß von der Stirn tropfen soll. (Man sieht deut-
lich, dass er noch nicht ganz bei Bewusstsein ist.)

Bald wurden wir geschickt, weitere Medikamente zu kaufen. Dann bekam er eine Spritze - und danach hatte er keine Schmerzen mehr und schlief. - Ich ging ins Hotel, um die anderen Kinder zu füttern und zu versorgen.

Kumar an Saugats Bett
Kumar wurde drei Tage vor Saugat operiert
und verbringt viel Zeit bei ihm.

 
 

Saugat und seine kleine Schwester
Saugats jüngste Schwester ist knapp zwei Jahre alt,
immer vergnügt und unglaublich zutraulich.

Am späten Nachmittag ging ich wieder ins Kranken­haus. Da war Saugat vergnügt und spielte mit seiner Schwester. Die Schmerzen seien erträglich; nur sein Magen hatte die Narkose noch nicht überstanden und er konnte nichts essen, erbrach sich mehrmals.


Die Krankenschwester gibt ihm eine weitere
Spritze seitlich in die Nadel der Infusion.

 
 

Ich will seine Beine nicht anheben und kann nicht sehen, was "hinten" gemacht wurde - oder noch nicht. - Nach allem, was ich sehe, wurde heute die Kontraktion auf dem Unterbauch gelöst; die "Falte" auf der linken Seite, unter die ich das erste Glied meines kleinen Fingers schieben konnte, wird es wohl in Zukunft nicht mehr geben.
Die anderen Sachen werden wir später in weiteren Operationen beheben bzw. verbessern lassen.

 

Dienstag, 12.3.2002: Gegen 11 Uhr besuchte ich Saugat. Gerade wurde ihm die Infusion abgenommen. Er sagt, er habe nur geringe Schmerzen. Er isst gut und freut sich, dass gestern gegen Abend auch sein Vater aus dem Dorf zu Besuch kam.

Saugat ist ein "goldiger" Patient. Immer vergnügt, lacht auch noch, wenn es weh tut. Freut sich jeden Tag über den Wechsel der immer kleiner werdenden Verbände.

Am 18.3. wurden die Nähte gezogen - die wenigen dicken äußeren; denn die vielen ganz feinen werden sich irgendwann von selbst auflösen.

Am 20.3. wurde er entlassen und fuhr gleich mit der Mutter nach Hause in ihr Dorf. Morgen beginnen an seiner Schule die Versetzungsprüfungen und er wird daran teilnehmen können. Er hat genaue Anweisungen bekommen, welche Übungen er machen soll, damit die Haut sich dehnt und nicht wieder schrumpft. Und er und seine Mutter haben meine Termine und wollen mich noch einmal besuchen bevor ich nach Deutschland fliege, um mir zu zeigen, dass alles abgeheilt ist.

Planungen: Die Mutter sprach ausführlich mit Dr. Joshi: Saugat wird nur noch eine Operation brauchen und die soll mit etwas Abstand vermutlich im Herbst durchgeführt werden. In dieser einen Operation sollen drei noch verbleibende Probleme behoben werden: Er wird einen neuen Hodensack bekommen; ein Haut-"Knubbel" auf der Oberseite des Penis wird entfernt, und eine noch zu stramme Hautstelle an der linken Leiste wird verlängert.

 


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